1&1 mischt den deutschen Mobilfunkmarkt auf – trotz Rechtsstreit mit Behörden
Jan Stahr1&1 CEO Dommermuth Rules Out Sale to Telefónica - 1&1 mischt den deutschen Mobilfunkmarkt auf – trotz Rechtsstreit mit Behörden
Der Markteintritt von 1&1 als vierter Mobilfunkanbieter Deutschlands im Oktober 2021 hat die Branche aufgemischt. Die Preise für Verbraucher sind deutlich gesunken, während der Wettbewerb unter den Anbietern deutlich schärfer geworden ist. Nun liegt Gründer Ralph Dommermuth mit den Regulierungsbehörden im Rechtsstreit um die Frequenzvergabe – und betont, dass das Unternehmen bleiben wird.
Seit dem Markteintritt hat 1&1 eine rasante Expansion hingelegt. Bis März 2026 stieg die Kundenzahl von etwa 50.000 auf über 2,5 Millionen – angetrieben durch aggressive Preispolitik: Schon für 9,99 Euro im Monat bietet das Unternehmen 20 GB Datenvolumen an. Trotz dieses Wachstums liegt 1&1 jedoch weit hinter den drei Großen: Telekom (47 Millionen Kunden), Vodafone (45 Millionen) und O2 (32 Millionen).
Auch der Netzausbau schreitet schneller voran als erwartet. Bis Ende 2025 erreichte das Signal von 1&1 bereits 27 Prozent der deutschen Haushalte – und übertraf damit das Ziel der Bundesnetzagentur von 25 Prozent. Bis Ende 2026 peilt das Unternehmen eine Abdeckung von 35 Prozent an, auch wenn die aktuelle Reichweite von 78 Prozent der Bevölkerung noch unter der fast flächendeckenden Versorgung der etablierten Anbieter liegt.
Dommermuth kritisiert die Entscheidung der Regulierungsbehörde, niedrige Frequenzbänder nur an bestehende Anbieter zu vergeben, als rechtswidrig. Er klagt dagegen, zeigt sich aber offen für praktische Lösungen, etwa die gemeinsame Nutzung von Mobilfunkmasten in ländlichen Gebieten. Gleichzeitig wies er Gerüchte über einen Verkauf des Unternehmens entschieden zurück und bekräftigte sein Engagement für das Netzprojekt.
Durch den Einstieg von 1&1 sahen sich die Konkurrenten gezwungen, ihre Preise zu senken, und der Netzausbau beschleunigte sich. Da das Unternehmen seine Abdeckungsziele vorzeitig erreicht, drängt es trotz der anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen nach vorn. Dommermuths Haltung macht deutlich: 1&1 will im deutschen Mobilfunkmarkt bleiben – und weiter wachsen.






