100 Jahre altes Schulgeländer löst teure Sicherheitsposse in Frankfurt aus
Albertine Stoll100 Jahre altes Schulgeländer löst teure Sicherheitsposse in Frankfurt aus
Ein 100 Jahre altes Geländer in einer Frankfurter Grundschule löst ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen aus
Seit Montag stehen zwölf Sicherheitskräfte in einem Treppenhaus der Schule – weil das Handlauf sieben Zentimeter unter den gesetzlichen Vorgaben liegt. Die Maßnahme überrascht Mitarbeiter und wirft Fragen zu Kosten und Notwendigkeit auf.
Aufgedeckt wurde das Problem bei einer Routineprüfung durch das Amt für Bau und Immobilien (ABI). Demnach misst das Geländer 103 Zentimeter und unterschreitet damit die Mindesthöhe von 110 Zentimetern, die die Muster-Richtlinien für Schulbauten von 2009 vorgeben.
Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann zeigte sich überrascht von der Entscheidung, Wachen einzusetzen. Sie schlug vor, das Geländer stattdessen einfach zu reparieren. Die Stadt beharrt jedoch darauf, die Sicherheitsvorschriften einzuhalten – unabhängig von den Kosten.
Die vorübergehende Bewachung kostet derzeit rund 13.700 Euro brutto pro Woche. Die Sicherheitskräfte bleiben voraussichtlich noch zwei bis vier Wochen im Einsatz, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Selbst in den Osterferien, wenn weniger Schüler anwesend sind, wird die Maßnahme fortgesetzt – dann zu reduzierten Kosten von 5.000 bis 6.000 Euro pro Woche.
Die Übergangslösung bleibt so lange bestehen, bis das Geländer den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Noch ist unklar, wie die Konstruktion angepasst wird und wann die Wachen abgezogen werden. Die Gesamtkosten hängen davon ab, wie lange die provisorische Regelung aufrechterhalten werden muss.






