50 Jahre später: Gestohlener Bierkrug kehrt ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Jan Stahr50 Jahre später: Gestohlener Bierkrug kehrt ins Münchner Hofbräuhaus zurück
Ein englischsprachiger Tourist hat dem berühmten Münchner Hofbräuhaus einen gestohlenen Bierkrug zurückgegeben – ganze 50 Jahre, nachdem er ihn mitgenommen hatte. In einem Begleitbrief gestand der Mann, das Andenken an seinen Besuch im Jahr 1976 "versehentlich" behalten zu haben. Um Wiedergutmachung zu leisten, schickte er 20 Euro als Entschädigung für den fehlenden Krug mit.
Das Hofbräuhaus erhält regelmäßig Briefe und zurückgeschickte Krüge von Besuchern, die sie Jahre oder gar Jahrzehnte zuvor entwendet hatten. Etwa drei bis vier solche Fälle gibt es pro Jahr. In den vergangenen fünf Jahren stellte sich jedoch keiner der zurückgegebenen Krüge als Original heraus – alle waren Fälschungen.
In diesem Fall erklärte der Tourist in seinem Schreiben seine längst überfällige Entschuldigung. Das Haus führt zwar keine Statistik über fehlende Krüge, setzt aber auf Sicherheitsvorkehrungen, um Diebstähle zu verhindern. Da in den letzten Jahren keine Originale zurückgegeben wurden, wird stattdessen oft eine finanzielle Entschädigung akzeptiert.
Die 20 Euro fließen nun in die Initiative Bunte Münchner Kindl, die benachteiligte Kinder in München unterstützt und so sicherstellt, dass das Geld der örtlichen Gemeinschaft zugutekommt.
Der zurückgegebene Krug reiht sich in die lange Liste verschwundener Stücke ein, die nur selten als echt wiederauftauchen. Das Hofbräuhaus geht mit einer Mischung aus Sicherheit und Wohlwollen mit solchen Fällen um. Die gespendete Entschädigung kommt unterdessen direkt bedürftigen Kindern über eine bekannte Münchner Hilfsorganisation zugute.