Arbeiten bis 70: Warum die Rente mit 67 bald Geschichte sein könnte
Lissi StiebitzArbeiten bis 70: Warum die Rente mit 67 bald Geschichte sein könnte
Arbeiten bis 70 könnte für künftige Generationen bald zur Normalität werden. Eine Regierungskommission für Rentenfragen wird voraussichtlich den Vorschlag als langfristige Lösung unterbreiten. Gleichzeitig prägen ältere Politiker und Führungskräfte weiterhin die globale und nationale Politik – weit über das traditionelle Renteneintrittsalter hinaus.
Arbeitsministerin Bärbel Bas hat eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters ins Spiel gebracht. Der Schritt folgt auf Bedenken zur Tragfähigkeit der aktuellen Rentensysteme. Studien zeigen zudem, dass die Produktivität im höheren Alter weiterhin hoch bleibt – manche Untersuchungen behaupten sogar, sie erreiche ihren Höhepunkt erst mit 90.
Für jüngere Arbeitnehmer mag die Vorstellung, mit 70 in Rente zu gehen, noch fern wirken – doch für viele Machtinhaber ist sie bereits Realität. CDU-Chef Friedrich Merz, inzwischen 70, hat im Rennen um das Kanzleramt keine älteren Konkurrenten. Bei der FDP wurde unterdessen der 74-jährige Wolfgang Kubicki zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.
Auf der weltpolitischen Bühne regieren weiterhin einflussreiche Persönlichkeiten wie Xi Jinping (72), Wladimir Putin (73), Benjamin Netanjahu (76) und Donald Trump (79). Selbst im Sport ist Alter kein Hindernis: Dick Advocaat, 78, trainiert die Nationalmannschaft von Curaçao, während Deutschlands jüngerer Nationalcoach Julian Nagelsmann (38) sich auf ein WM-Duell gegen sie vorbereitet.
Für Außenminister Johann Wadephul endete diese Woche jedoch mit einem Rückschlag. Seine Bemühungen bei der UN-Abstimmung in New York scheiterten.
Der Trend zu einem späteren Renteneintritt spiegelt sowohl wirtschaftliche Notwendigkeiten als auch ein verändertes Altersbild wider. Da ältere Persönlichkeiten weiterhin Politik, Wirtschaft und sogar den Sport dominieren, gewinnt die Idee, bis in die 70er zu arbeiten, an Akzeptanz. Der anstehende Vorschlag der Rentenkommission wird diese Entwicklung voraussichtlich weiter verstärken.






