01 April 2026, 00:23

ARD und ZDF setzen auf persönliche Reportagen – doch junge Zuschauer zeigen erste Ermüdungserscheinungen

Ist es jetzt bei ARD und ZDF alles nur noch Selbstpromotion?

ARD und ZDF setzen auf persönliche Reportagen – doch junge Zuschauer zeigen erste Ermüdungserscheinungen

Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF testen mutige neue Reportageformate, um jüngere Zuschauer zu erreichen. Zielgruppe sind vor allem 14- bis 29-Jährige – mit Serien, die auf persönliche Erzählweisen und emotionale Nähe setzen. Doch erste Anzeichen deuten auf eine gewisse Ermüdung hin: Die Flut an "ich-bezogenen" Formaten könnte allmählich überdrüssig machen.

Die Studie untersuchte fünf Formate: VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Diese Reihen brechen bewusst mit dem klassischen Journalismus, indem sie Reporter:innen ins Zentrum der Handlung rücken. Statt distanzierter Beobachtung dominiert eine subjektive, emotional geprägte Erzählweise. Für junge Zuschauer wirkt das authentischer und glaubwürdiger als herkömmliche Nachrichtenberichterstattung.

Doch der Wandel wirft Fragen auf. Wenn die Perspektive der Reporter:innen zu stark im Vordergrund steht, droht das eigentliche Thema in den Hintergrund zu geraten. Einige Formate kämpfen zudem mit tiefergehender Recherche und kontextueller Einordnung – Abschied von journalistischen Grundsätzen wie Objektivität und Neutralität inklusive.

Die Herausforderung für die Sender liegt darin, Authentizität mit journalistischer Sorgfalt in Einklang zu bringen. Während Formate wie Terra X boomen – die Abrufe in der Mediathek stiegen von 6,34 Millionen (2010) auf über 30 Millionen (2023), auf YouTube wurden 175 Millionen Klicks gezählt –, verliert das klassische Fernsehen weiterhin junge Zuschauer:innen an Streamingdienste und soziale Medien.

Doch selbst bei wachsender Beliebtheit der neuen Formate mehren sich kritische Stimmen. Manche junge Zuschauer:innen zeigen sich müde vom wiederholten Fokus auf persönliche Erzählstränge in mehreren Serien.

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Die Studie offenbart einen zentralen Spannungsbogen: Junge Zielgruppen schätzen zwar Nähe und Identifikationsfiguren, doch zu viel Reporter-Fokus kann die eigentliche Geschichte überlagern. Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen nun vor der Aufgabe, diese Formate weiterzuentwickeln – ohne Glaubwürdigkeit zu verlieren, aber mit genug Innovationskraft, um junge Zuschauer:innen zu halten. Der Erfolg von Terra X zeigt, dass die Kombination aus kreativen Ansätzen und journalistischer Tiefe ein vielversprechender Weg sein könnte.

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