Bausektor in der Krise: Warum Deutschlands Wohnungsbau fast stillsteht
Albertine StollBausektor in der Krise: Warum Deutschlands Wohnungsbau fast stillsteht
Deutschlands Bausektor steht vor schweren Herausforderungen. Hohe Zinsen und steigende Kosten haben den privaten Wohnungsbau nahezu zum Erliegen gebracht. Branchenvertreter sprechen mittlerweile von einem tiefgreifenden Abschwung.
Der Zementverbrauch ist drastisch eingebrochen und liegt derzeit auf einem Niveau wie zuletzt vor dem Zweiten Weltkrieg – etwa 30 Prozent niedriger als noch 2020. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, bezeichnet die Lage für die Baustoffbranche als eine „voll entwickelte Rezession“.
Trotz eines Anstiegs der Baugenehmigungen um etwa 10 Prozent bleibt der private Wohnungsbau schwach. Der Grund: Neue Projekte beginnen oft erst mit monatelanger Verzögerung. Auch der öffentliche Infrastruktur- und der Gewerbebau verzeichnen Rückgänge.
Die Bundesregierung hat Milliardenbeträge in einem Sonderhaushalt für Infrastrukturprojekte bereitgestellt. Diese Mittel sollen die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte beleben. Die Branche wartet nun darauf, dass die zugesagten Gelder Wirkung zeigen. Sollten die Investitionen wie geplant fließen, könnten die Nachfrage nach Zement und die Baubeginnzahlen steigen. Bis dahin kämpft der Sektor jedoch weiter mit geringer Aktivität und sinkendem Verbrauch.
