02 April 2026, 08:26

Berlin kämpft mit Rekordzahl an Messerangriffen – AfD heizt Wahlkampf an

Balkendiagramm, das die Homicid-Offending-Rates nach Alter des Täters und Waffentyp von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Berlin kämpft mit Rekordzahl an Messerangriffen – AfD heizt Wahlkampf an

Messattacken in Berlin nehmen drastisch zu – AfD nutzt Thema für Wahlkampf

In Berlin hat die Zahl der Messerangriffe stark zugenommen: Die Polizei registrierte 2024 insgesamt 3.412 Attacken – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Thema ist nun zu einem zentralen Punkt im Wahlkampf der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) geworden. Gleichzeitig stieg auch die Schusswaffenkriminalität deutlich an: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg von 68 Prozent bei Straftaten mit Feuerwaffen.

Die Berliner AfD hat eine Initiative gestartet, um auf das wachsende Problem der Messergewalt aufmerksam zu machen. Ihre neu veröffentlichte "Messer-App" zeigt polizeilich erfasste Vorfälle, Verletzungen und eine interaktive Karte der Tatorte. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker warf der regierenden Koalition vor, es an Transparenz fehlen zu lassen, und forderte, weitere Daten – etwa die Nationalitäten der Tatverdächtigen – öffentlich zugänglich zu machen.

Die AfD behauptet, ihre Übersicht zu Messerangriffen erhöhe die Verantwortlichkeit der Behörden. Sie verweist auf eine Lücke zwischen den erfassten Fällen und polizeilichen Maßnahmen und unterstellt, die offiziellen Statistiken würden das Ausmaß des Problems verschleiern. Berlin bleibt jedoch eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen in solchen Fällen nicht veröffentlicht.

Unklar bleibt, wie viele der Taten tatsächlich juristisch aufgeklärt werden. Zwar wurden 2024 insgesamt 1.906 Tatverdächtige ermittelt, doch konkrete Zahlen zu Anklagen oder Verurteilungen fehlen. Einzelfälle, die bekannt wurden, umfassen etwa einen 20-jährigen Syrer, der 2026 zu 13 Jahren Haft wegen eines Messerangriffs am Holocaust-Mahnmal im Jahr 2025 verurteilt wurde, einen seit Oktober 2024 in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten wegen einer Messerattacke sowie einen 25-Jährigen, der gegen ein dreijähriges Urteil wegen eines antisemitischen Angriffs im Februar 2024 in Berufung ging.

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Die Linke kritisierte die AfD-Kampagne scharf und warf ihr vor, gezielt Ängste zu schüren und Hass gegen Migranten zu schüren. Trotz der politischen Auseinandersetzungen bleibt die Zunahme von Messer- und Schusswaffengewalt ein zentrales öffentliches Thema.

Der Vorstoß der AfD für mehr Transparenz bei Messerdelikten hat die Debatte über die öffentliche Sicherheit in Berlin weiter angeheizt. Angesichts der steigenden Zahlen gewalttätiger Straftaten wird das Thema voraussichtlich bis zur Wahl eine wichtige Rolle spielen. Die fehlenden detaillierten Statistiken zu Verurteilungen werfen jedoch weiterhin Fragen auf, wie effektiv diese Verbrechen tatsächlich bekämpft werden.

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