Betrüger erpressen Balkon-Solaranlagen-Besitzer mit falschen Bundesnetzagentur-Briefen
Albertine StollBetrüger erpressen Balkon-Solaranlagen-Besitzer mit falschen Bundesnetzagentur-Briefen
Betrügerische Schreiben im Namen der Bundesnetzagentur zielen auf Besitzer kleiner Solaranlagen ab
Mit gefälschten Briefen, die angeblich von der Bundesnetzagentur stammen, werden derzeit Besitzer von Mini-Photovoltaikanlagen – sogenannten „Balkon-Solaranlagen“ – unter Druck gesetzt. Die betrügerischen Schreiben fordern Geldstrafen für nicht angemeldete Anlagen. Die Behörden haben nun offiziell vor dem Betrug gewarnt.
In den täuschend echten Schreiben wird den Empfängern vorgeworfen, ihre Photovoltaik(PV)-Anlagen nicht im Marktstammdatenregister angemeldet zu haben. Ihnen wird eine Strafe in Höhe von 41,60 Euro angedroht, die sich auf 208 Euro erhöht, falls die Summe nicht innerhalb von 14 Tagen beglichen wird. Die Betrüger nutzen dabei echte Meldepflichten aus, um bei den Opfern einen falschen Handlungsdruck zu erzeugen.
Die Bundesnetzagentur hat bestätigt, dass die Absenderadresse und die Kontaktdaten in diesen Schreiben falsch sind. Zwar müssen Besitzer von Balkon-Solaranlagen ihre Anlagen tatsächlich innerhalb eines Monats nach der Installation registrieren, doch die Behörde betont, dass keine Strafen per unaufgefordertem Postweg verschickt werden. Die Behörden raten allen, die ein solches Schreiben erhalten, die Zahlungsaufforderung zu ignorieren und den Vorfall bei der Polizei zu melden.
Die Anmeldung kleiner Solaranlagen ist zwar verpflichtend, der Vorgang selbst ist jedoch kostenlos und wird über das Marktstammdatenregister abgewickelt. Die Betrüger machen sich die Unsicherheit vieler Verbraucher über die gesetzlichen Vorgaben zunutze und setzen auf Einschüchterung, um ihre Opfer zur Zahlung erfundener Gebühren zu bewegen.
Die Bundesnetzagentur stellt klar, dass für nicht angemeldete Balkon-Solaranlagen keine Strafen per Post versandt werden. Empfänger der gefälschten Schreiben sollten sich stattdessen an die örtliche Polizei wenden und auf keinen Fall reagieren. Die korrekte Registrierung bleibt zwar eine gesetzliche Pflicht, sie muss jedoch ausschließlich über die offiziellen Kanäle erfolgen.






