19 June 2026, 10:17

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Werden Verbraucher endlich durchschauen, wie ihr Score entsteht?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Werden Verbraucher endlich durchschauen, wie ihr Score entsteht?

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe steht vor einer Grundsatzentscheidung im Streit um die Transparenz der Bonitätsbewertungen der Schufa. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob die Auskünfte des Unternehmens den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) genügen, wenn es darum geht, Verbrauchern algorithmische Entscheidungen verständlich zu erklären.

Fünf Kläger haben die Schufa verklagt, weil sie die bisherigen Erläuterungen zur Berechnung der Schufa-Scores als unzureichend ansehen. Sie fordern detailliertere Einblicke in die Logik hinter den Bewertungen, während das Unternehmen betont, seine Angaben seien bereits jetzt gesetzeskonform.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien umfasst. Ziel ist es, das alte, komplexere System bis Ende 2028 vollständig abzulösen. Das Oberlandesgericht Dresden hatte jedoch zuvor entschieden, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und Gewichtungen nachvollziehen können müssen, die ihren Score beeinflussen.

Nun muss der BGH klären, ob die von der Schufa bereitgestellten Datenkopien den DSGVO-Transparenzvorgaben entsprechen. Die Entscheidung könnte maßgeblich festlegen, wie detailliert Unternehmen über automatisierte Entscheidungsprozesse informieren müssen.

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Das Urteil wird weitreichende Folgen für datenbasierte Bewertungen in Deutschland haben. Zudem wird es die Transparenzpflichten für Unternehmen präzisieren, die algorithmische Systeme nach DSGVO einsetzen. Die Entscheidung könnte auch richtungsweisend für ähnliche Fälle in der gesamten EU werden.

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