BGH-Urteil: Landwirt gewinnt 15-jährigen Streit um mangelhaften Silo
Lissi StiebitzBGH-Urteil: Landwirt gewinnt 15-jährigen Streit um mangelhaften Silo
Ein langjähriger Rechtsstreit um einen mangelhaften Landwirtschaftssilo hat nun endlich ein Ende gefunden. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied zugunsten des Landwirts und verurteilte das Bauunternehmen, sämtliche Reparaturkosten zu übernehmen. Der Fall, der 2013 begann, drehte sich um Mängel, die kurz nach der Installation des Silos im Jahr 2010 auftraten.
Die Probleme begannen im September 2010, als ein Bauunternehmen für den Landwirt einen Befahrsilos errichtete. Bereits nach wenigen Monaten bildeten sich Risse und unebene Flächen an der Konstruktion. Besorgt um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Silos leitete der Landwirt 2013 ein selbstständiges Beweisverfahren ein, um das Ausmaß der Schäden feststellen zu lassen.
2015 reichte der Landwirt Klage ein und forderte 120.000 Euro als Vorschuss für die Beseitigung der Mängel. Das Landgericht Ansbach gab dem Landwirt zunächst in vollem Umfang recht und sprach ihm die geforderte Summe zu. Das Oberlandesgericht Nürnberg reduzierte die Zahlung später jedoch um ein Drittel mit der Begründung, der Landwirt trage eine Mitschuld an der Verschlechterung des Silos.
Der Streit eskalierte bis vor den Bundesgerichtshof, der am 27. November 2025 (Aktenzeichen: VII ZR 112/24) sein endgültiges Urteil fällte. Das Gericht entschied, dass das Bauunternehmen allein für die Mängel verantwortlich sei und die vollständigen Kosten für die notwendigen Reparaturen tragen müsse.
Mit diesem Urteil wird bestätigt, dass das Bauunternehmen die gesamten Kosten für die Behebung der Silo-Mängel zu übernehmen hat. Die Entscheidung beendet einen 15 Jahre andauernden Rechtsstreit, der mit der fehlerhaften Errichtung des Silos begann. Der Landwirt erhält nun die volle Entschädigung, die erforderlich ist, um die Anlage wieder in ihren vorgesehenen Zustand zu versetzen.






