Braunschweig plant radikale Sanierung des Großen Hofs zu autofreiem Kreativquartier
Hans Jürgen ZobelBraunschweig plant radikale Sanierung des Großen Hofs zu autofreiem Kreativquartier
Großer Hof in Braunschweig soll zum Sanierungsgebiet werden
Das Gebiet Großer Hof in Braunschweig steht vor einer umfassenden städtebaulichen Aufwertung. Die Stadtverwaltung hat ehrgeizige Pläne vorgelegt, um das derzeit von Leerstand und veralteter Infrastruktur geprägte Viertel zu revitalisieren. Eine entscheidende Abstimmung am kommenden Dienstag könnte das Projekt vorantreiben.
Die Herausforderungen im Viertel sind drängend: Zwei geschlossene Schulen und ausgedehnte Parkplätze prägen das Bild. Anwohner und Besucher bemängeln, dass geparkte Autos hier häufiger zu sehen sind als Anzeichen lebendigen städtischen Lebens. Diese Missstände haben die Stadt zum Handeln veranlasst.
Die Stadtverwaltung beabsichtigt, sich um Fördermittel aus dem Bundes- und Landesprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ zu bewerben. Um die Unterstützung zu sichern, wird Braunschweig 7,9 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in das 60-Millionen-Projekt einbringen. Die restlichen Kosten sollen durch Landes- und Bundeszuschüsse gedeckt werden.
Geplant ist eine Mischung aus Wohnraum, Kulturflächen und grünen Aufwertungen. Entstehen soll ein autoreduziertes Kreativquartier mit Wohngebäuden, einer Quartiersgarage sowie Räumlichkeiten für die Städtische Galerie und Künstlerateliers. Ergänzt wird das Angebot durch soziale Infrastruktur wie eine Kita und ein Familiengemeinschaftszentrum. Zudem sollen die Grünflächen in dem dicht bebauten Gebiet nachhaltig aufgewertet werden.
Architekten sehen in den aktuellen Schwächen des Viertels sogar Potenzial. Die Gestaltung orientiert sich am Wettbewerb „Wohn- und Kreativquartier Großer Hof“ aus dem Jahr 2024, den ein Hamburger Büro für sich entscheiden konnte. Der Siegerentwurf zielt darauf ab, dem Gebiet eine neue Identität zu verleihen und gleichzeitig seine strukturellen Defizite zu beheben.
Bei Zustimmung des Stadtrats könnte die Umgestaltung den Großen Hof zu einem lebendigen, modernen Quartier machen. Das Projekt würde Wohnen, Kultur und Nachhaltigkeit verbinden und gleichzeitig die Abhängigkeit vom Auto verringern. Die Umsetzung hängt jedoch davon ab, ob neben den 7,9 Millionen Euro der Stadt weitere Fördergelder akquiriert werden können.






