19 April 2026, 20:21

Bremen fordert mehr Bahnpersonal statt Technik gegen Gewalt im Schienenverkehr

Zeichen an einer Zugtür, das das Tragen von Mund-Nasen-Schutz auf öffentlichen Verkehrsmitteln mit Ausnahmebedingungen und möglichen Strafen erfordert.

Bremen fordert mehr Bahnpersonal statt Technik gegen Gewalt im Schienenverkehr

Bremen fordert mehr Personal statt nur Technik: Schärfere Sicherheitsmaßnahmen für Deutschlands Bahnen

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Bremen setzt sich für strengere Sicherheitsvorschriften im deutschen Schienenverkehr ein und lehnt rein technische Lösungen zugunsten menschlicher Aufsicht ab. Hintergrund sind steigende Gewaltvorfälle gegen Beschäftigte im ÖPNV – allein im vergangenen Jahr wurden über 3.200 Angriffe registriert.

Die Senatorin für Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, betonte, dass Kameras und digitale Systeme allein nicht ausreichen, um Fahrgäste und Personal zu schützen. Bremen begrüßte zwar einen bundesweiten Aktionsplan zur Verbesserung der Bahnsicherheit, forderte aber klare Zuständigkeiten. Ohne verbindliche Verantwortlichkeiten drohten neue Maßnahmen wirkungslos zu bleiben, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Gefordert wurden mehr Mittel für die Einstellung zusätzlicher Zugbegleiter:innen und Sicherheitsteams. Zudem plädierte Bremen für ein flexibles, risikobasiertes Personalmanagement, um Mitarbeiter:innen gezielt dort einzusetzen, wo die Bedrohungslage am höchsten ist. Gleichzeitig verlangte die Stadt ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern in allen Bahnanlagen.

Ein weiterer zentraler Punkt war die Forderung nach mehr Bundespolizeipräsenz. Bremen will mehr Beamte auf Bahnhöfen und in Zügen sowie Echtzeit-Zugriff auf Videoaufzeichnungen aus den Wagen. Dies soll schnellere Reaktionen auf Vorfälle ermöglichen.

Senatorin Ünsal wies Vorstellungen zurück, dass Technik allein die Sicherheitsprobleme lösen könne. Sie bestand darauf, dass physische Präsenz – sowohl von Personal als auch von Polizei – unverzichtbar sei, um Gewalt vorzubeugen und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten.

Zudem wurden schärfere Strafen für Angriffe auf Beschäftigte im Verkehrssektor vorgeschlagen. Bremen argumentiert, dass härtere Konsequenzen eine stärkere abschreckende Wirkung auf Gewalttäter hätten, die das Bahnnetz am Laufen halten.

Die Vorschläge kommen zu einer Zeit, in der Deutschland mit zunehmender Gewalt im öffentlichen Nahverkehr kämpft. Würden Bremens Forderungen umgesetzt, hätte dies mehr Personal in Zügen, sichtbarere Polizeipräsenz und strengere Kontrollen gefährlicher Gegenstände zur Folge. Die Haltung der Stadt spiegelt einen größeren Trend wider: den Ausgleich zwischen technologischen Lösungen und menschlichem Einsatz, um den Schienenverkehr sicherer zu machen.

Quelle