08 June 2026, 20:17

Bundesländer fordern Algorithmus-Revolution für mehr Gemeinwohl in sozialen Medien

Günther möchte staatsgeförderte Medien sichtbarer machen

Bundesländer fordern Algorithmus-Revolution für mehr Gemeinwohl in sozialen Medien

Deutsche Bundesländer drängen auf neue Regeln, um die Sichtbarkeit von Medieninhalten mit öffentlichem Mehrwert in sozialen Netzwerken zu stärken. Die Vorschläge zielen darauf ab, Algorithmen entgegenzuwirken, die oft sensationelle oder spaltende Beiträge gegenüber zuverlässigen Informationen bevorzugen. Vertreter der Länder argumentieren, dass Plattformen derzeit vor allem aufmerksamkeitsheischende Inhalte fördern – statt solche, die dem Gemeinwohl dienen.

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Die Medienanstalten von Bayern und Nordrhein-Westfalen haben einen Plan vorgelegt, nach dem öffentliche Wertmaßstäbe auch auf einzelne Artikel und Beiträge ausgeweitet werden sollen. In diesem System würde die Reichweite von Inhalten nicht mehr allein vom Nutzerverhalten oder den Plattform-Algorithmen abhängen. Stattdessen soll eine staatlich definierte Kategorie die Sichtbarkeit mitbestimmen – und sicherstellen, dass Material, das für die Meinungsvielfalt als wertvoll eingestuft wird, prominenter erscheint.

Der Vorschlag sieht rechtlich verbindliche Quoten für gemeinwohlorientierte Inhalte vor. Plattformen wären damit verpflichtet, solche Beiträge in Feeds, Timelines und Suchergebnissen priorisiert anzuzeigen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat signalisiert, dass er staatliche Eingriffe in die Darstellung von Medieninhalten auf sozialen Netzwerken unterstützt.

Die Rundfunkkommission wird letztlich entscheiden, ob die Maßnahmen umgesetzt werden. Parallel arbeiten die Länder an einem Digitalen Medienstaatsvertrag; eine öffentliche Anhörung ist geplant. Eine endgültige Entscheidung wird vor Jahresende nicht erwartet.

Falls die Regeln eingeführt werden, müssten soziale Netzwerke ihre Algorithmen anpassen, um zuverlässige, gemeinwohlorientierte Inhalte stärker hervorzuheben. Die Änderungen könnten die Verbreitung von Informationen im Netz grundlegend verändern – weg von rein interaktionsgetriebenen Systemen. Der Ausgang hängt von der Prüfung durch die Rundfunkkommission und dem finalen Vertragstext ab.

Quelle