Bundeswehr besucht über 2.000 Mal Schulen – Kritik an versteckter Nachwuchswerbung
Jan StahrBundeswehr besucht über 2.000 Mal Schulen – Kritik an versteckter Nachwuchswerbung
Die Bundeswehr hat ihre Präsenz an deutschen Schulen deutlich ausgebaut: Allein in den ersten Monaten des Jahres 2024 wurden über 2.000 Besuche registriert. Kritiker werfen dem Militär vor, mit dem wachsenden Engagement indirekt für die Rekrutierung von Nachwuchs zu werben. Die Linke hat nun Bedenken gegen diese Entwicklung geäußert.
In den ersten drei Monaten des Jahres 2024 besuchte die Bundeswehr Schulen insgesamt 2.013 Mal. Zwar ist es den Streitkräften rechtlich erlaubt, mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu treten – eine aktive Anwerbung von Minderjährigen ist jedoch verboten. Dennoch steigen die Zahlen seit Jahren deutlich an.
Besonders aktiv war die Bundeswehr in Bayern, wo 562 Schulbesuche stattfanden. Nordrhein-Westfalen folgte mit 291 Einsätzen, Baden-Württemberg verzeichnete 219 Termine. In Niedersachsen gab es 269 Veranstaltungen. Darüber hinaus organisierte das Militär bundesweit 20 Events an Hochschulen.
Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken, stellte die Angaben des Verteidigungsministeriums infrage. Die hohe Zahl der Besuche deute ihrer Meinung nach auf eine gezielte Nachwuchsgewinnung hin. Das Ministerium betont hingegen, das Programm diene ausschließlich der Information.
Die Zahlen zeigen einen klaren Aufwärtstrend bei den Kontakten zwischen Militär und Schulen. Während Bayern bei den Besuchen führend ist, bleibt die Debatte über die Absichten der Bundeswehr bestehen. Schulen bleiben trotz der Beschränkungen bei der Anwerbung Minderjähriger eine zentrale Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit der Streitkräfte.






