26 June 2026, 18:20

Bundeswehr will 260.000 Soldaten – doch die Rekrutierung stockt massiv

Nur 530 Rekruten treten der deutschen Armee unter neuem freiwilligem Programm bei

Bundeswehr will 260.000 Soldaten – doch die Rekrutierung stockt massiv

Deutschland plant eine deutliche Aufstockung seiner Streitkräfte und strebt bis Mitte der 2030er-Jahre etwa 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten an. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass die freiwillige Rekrutierung hinter den Zielen zurückbleibt, und hat eine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht entfacht.

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2026 kontaktierte Deutschland im Rahmen der freiwilligen Nachwuchsgewinnung 298.200 18-Jährige. Lediglich 530 von ihnen unterschrieben einen Dienstvertrag – obwohl zunächst 25 Prozent der Angeschriebenen Interesse gezeigt hatten. Nach den Vorstellungsgesprächen sank die Bereitschaft auf 12,5 Prozent.

Rund 1.500 Bewerber durchliefen ärztliche Untersuchungen, wobei 80 Prozent als diensttauglich eingestuft wurden. Gleichzeitig bewarben sich im ersten Halbjahr 10.000 Freiwillige aus anderen Altersgruppen – ein Anstieg um 8 Prozent im Vergleich zu 2025.

Roderich Kiesewetter (CDU) fordert die Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht und verweist dabei auf die Rekrutierungsengpässe. Auch die AfD kritisierte die Zahlen als unzureichend für eine glaubwürdige militärische Reserve. Ab Juli 2027 müssen in Deutschland alle 18-jährigen Männer verpflichtende ärztliche und fitnessbezogene Eignungstests absolvieren. Eine vollständige Wiedereinführung der Wehrpflicht würde jedoch einer parlamentarischen Zustimmung bedürfen.

Die Pläne der Bundesregierung, die Bundeswehr auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern, stoßen angesichts der geringen freiwilligen Meldungen auf Herausforderungen. Ab 2027 beginnen zwar verpflichtende Tauglichkeitstests für junge Männer, doch eine umfassende Wehrpflicht erfordert politische Rückendeckung. Die Diskussion über den Wehrdienst hält an, während Deutschland seine Verteidigungsfähigkeiten stärken will.

Quelle