08 May 2026, 06:20

Bundesweite Razzia enthüllt massiven Lohnbetrug bei Paketdiensten und Subunternehmern

Plakat mit dem Titel "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einer zeigt die Route der US-Geldkurier und der andere zeigt die Standorte der Geldkurier, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Bundesweite Razzia enthüllt massiven Lohnbetrug bei Paketdiensten und Subunternehmern

Bundesweite Razzia bei Paketdiensten deckt flächendeckenden Lohnbetrug und illegale Beschäftigungspraktiken auf

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Bei einer bundesweiten Kontrollaktion bei Paketzustellfirmen sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrechte ans Licht gekommen. Über 2.900 Zollbeamte führten in ganz Deutschland Inspektionen durch und entdeckten dabei wiederholte Verletzungen des Arbeitsrechts. Viele Fahrer, die oft über Subunternehmer beschäftigt werden, arbeiteten unter ausbeuterischen Bedingungen.

Die Überprüfungen zeigten, dass die Zusteller regelmäßig unbezahlte Überstunden leisteten – etwa für Ladezeiten –, wodurch ihr Lohn unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde sank. Einige wurden sogar gezwungen, Lieferwagen zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten, was ihre ohnehin geringen Einnahmen weiter schmälert. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis für einen Subunternehmer.

Viele der über Subunternehmer beschäftigten Fahrer schienen sich ihrer Rechte oder ihres tatsächlichen Beschäftigungsstatus nicht bewusst zu sein. Missstände in der Branche sind zwar seit Langem dokumentiert, doch die Durchsetzung von Gesetzen gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt wegen der mobilen Natur der Zustellarbeit. Große Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen in unterschiedlichem Maße auf Subunternehmer, was die Kontrolle zusätzlich erschwert.

Finanzminister Lars Klingbeil betonte, die Regierung werde künftig härter gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche vorgehen. Unterdessen fordert die Gewerkschaft Verdi ein vollständiges Verbot von Subunternehmer-Verträgen in der Paketzustellung, um weitere Missstände zu verhindern.

Die Ergebnisse der Kontrollen offenbaren systemische Versäumnisse beim Schutz der Rechte von Zustellern. Die Zollbehörden kündigten weitere Ermittlungen an, während Gewerkschaften und Politiker für strengere Regulierungen drängen. Die Razzia zeigt den wachsenden Druck auf die Unternehmen, die seit Langem bekannten Arbeitsrechtsverstöße in der Branche endlich zu beheben.

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