Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Systeme weiterhin gefährdet sind
Jan StahrCyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Systeme weiterhin gefährdet sind
Elektroautos sehen sich wachsender Gefahr durch Cyberangriffe ausgesetzt – trotz gestärkter Sicherheitsvorschriften in den letzten Jahren. Ein aktueller Bericht zeigt, wie Hacker Software-Schwachstellen ausnutzen könnten, um ganze Baumodelle lahmzulegen oder Batterien aus der Ferne zu entleeren. Experten warnen, dass vernetzte Systeme nach wie vor verwundbar sind, selbst wenn sich die Sicherheitsstandards verbessern.
In den vergangenen 15 Jahren hat sich die IT-Sicherheit bei vernetzten Fahrzeugen deutlich weiterentwickelt. Klare Vorschriften regeln nun, wie Hersteller ihre Modelle vor digitalen Bedrohungen schützen. Dennoch bestehen weiterhin Schwachstellen – insbesondere bei Programmierschnittstellen (APIs), wo unzureichende Authentifizierung oder die alleinige Abhängigkeit von Fahrzeug-Identifikationsnummern unbefugten Zugriff ermöglichen können.
Der Sicherheitsexperte Christoph Krauss erläutert, dass Angreifer diese Lücken ausnutzen könnten, um Funktionen wie die Heizung auf Höchstleistung in tausenden Elektroautos gleichzeitig zu aktivieren. Ein solcher Angriff würde die Batterien vollständig entladen und Fahrer im Stich lassen. Zwar gab es in den letzten fünf Jahren keine bekannten großflächigen Hackerangriffe auf E-Autos über API-Schwachstellen – doch das Risiko einer Störung bleibt bestehen.
Die Branche hat durch branchenübergreifende Zusammenarbeit Fortschritte bei der Eindämmung der verbleibenden Risiken erzielt. Vernetzte Funktionen wie Fahrassistenzsysteme haben zudem die Unfallzahlen deutlich stärker gesenkt, als Cyberbedrohungen zugenommen haben. Dennoch mahnen Experten zur Wachsamkeit, da vernetzte Fahrzeuge immer verbreiteter werden.
Der Bericht betont den Spagat der Automobilhersteller: Sie müssen die Cybersicherheit stärken, ohne die Vorteile vernetzter Technologien einzuschränken. Elektroautos sind dank Unfallvermeidungssystemen insgesamt sicherer geworden, doch ungepatchte Softwareschnittstellen könnten sie weiterhin anfällig für Fernangriffe machen. Die Hersteller arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Abwehrmechanismen, während sich die Bedrohungslage weiterentwickelt.






