DB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnanbieter Italo
Albertine StollDB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnanbieter Italo
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat sich gegen Pläne ausgesprochen, dem italienischen Bahnanbieter Italo Sonderkonditionen auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzuräumen. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen über den Markteintritt von Italo ab 2028 weitergehen. Nagl argumentiert, dass ein solcher Schritt Rechtsstreitigkeiten auslösen und die Branche destabilisieren könnte.
Kritik übte Nagl an den Vorschlägen für eine befristete „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Markteintritt in Deutschland erleichtern soll. Er bezeichnete die Idee als rechtlich riskant und warnte davor, dass Gerichte die Regeln für die Streckennutzung innerhalb von 18 Monaten kippen könnten. Seiner Meinung nach würde dies Chaos auf dem Markt stiften und die Bahnunternehmen mit langanhaltender Unsicherheit zurücklassen.
Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass die DB InfraGO als Infrastrukturunternehmen neutral sei, wenn es darum gehe, welche Unternehmen Züge betreiben. Sein Hauptanliegen sei es, für fairen Wettbewerb zu sorgen, der den Fahrgästen zugutekommt. Er räumte ein, dass Wettbewerb im Fernverkehr funktionieren könne – allerdings nur, wenn die Regeln für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gelten.
Nagl wies zudem auf das Fehlen eines stabilen rechtlichen Rahmens bis 2031 hin, wenn die EU-Kapazitätsverordnung vollständig in Kraft tritt. Die alten mehrjährigen Vereinbarungen von 2017 waren wegen ihrer Komplexität und rechtlicher Mängel abgeschafft worden. Ohne klare Richtlinien fürchte er, dass die Gewährung von Sonderbedingungen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte, der zu endlosen Gerichtsprozessen führt.
Die Debatte über den Markteintritt von Italo in den deutschen Bahnmarkt dauert an, wobei Nagls Warnungen den Druck auf die Regulierungsbehörden erhöhen. Jede Entscheidung, die Sonderzugänge gewährt, könnte auf rechtliche Herausforderungen stoßen und die Branche erschüttern. Bis die neuen EU-Regeln 2031 greifen, bleibt der Markt in einer regulatorischen Grauzone.






