21 March 2026, 20:20

Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Geschichte veränderte

Altes Foto eines Gebäudes mit Kuppel, beschriftet mit 'Potsdam Mausoleum Kaiser Friedrich III', umgeben von Bäumen und einem Gewässer.

In der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Geschichte veränderte

Der "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 zählt zu den umstrittensten Momenten der deutschen Geschichte. Er markierte den symbolischen Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Herrschaft. Die inszenierte Begegnung zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg in der Garnisonkirche – gekrönt von einem arrangierten Händedruck – prägte diesen Tag.

Die Kirche, im Zweiten Weltkrieg zerstört und später von den DDR-Behörden abgerissen, wird nun wiederaufgebaut – was eine hitzige Debatte über ihr historisches Erbe entfacht hat.

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An jenem Märztag 1933 nahmen Hitler und Hindenburg in der Garnisonkirche an einer Zeremonie zur Eröffnung des neuen Reichstags teil. Ihr öffentlicher Händedruck wurde zum ikonischen Bild – ein Symbol für die Machtkonsolidierung der NSDAP. Historiker betrachten das Ereignis heute als Geburtsstunde des "Dritten Reichs".

Das ursprüngliche Gotteshaus erlitt schwere Schäden durch alliierte Bombenangriffe. Statt es wiederherzustellen, ließ die DDR-Führung die Ruine 1968 endgültig abreißen. Jahrzehnte später formierte sich eine Initiative zum Wiederaufbau, angeführt von Unterstützern wie dem ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber. Seitdem entsteht ein detailgetreues Abbild der Kirche; die Kuppel des Turms soll nach Ostern 2026 fertiggestellt werden.

Kritiker werfen dem Projekt vor, es verkläre einen Ort, der eng mit NS-Propaganda verbunden ist. Linke Gruppen protestieren gegen den Wiederaufbau, während Befürworter betonen, er bewahre Potsdams architektonisches Erbe. Trotz des Widerstands schreiten die Arbeiten voran – und machen die Garnisonkirche zum umstrittensten Denkmal der Stadt.

Jährlich findet am historischen Ort eine Gedenkveranstaltung statt, die an den "Tag von Potsdam" und seine Rolle in Deutschlands dunklem Kapitel erinnert. Doch das Ereignis spaltet bis heute die Gemüter und zeigt, wie komplex die Auseinandersetzung mit dieser Epoche bleibt.

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche hat die Diskussion neu entfacht, wie Deutschland mit seiner NS-Vergangenheit umgeht. Das fertige Bauwerk wird als greifbare Mahnung an den "Tag von Potsdam" und seine Folgen dienen. Bis dahin bleibt der Ort Schauplatz von Erinnerung und Streit.

Quelle