Deutsche fordern gerechtere Vermögensverteilung und höhere Steuern auf Erbschaften
Albertine StollDeutsche fordern gerechtere Vermögensverteilung und höhere Steuern auf Erbschaften
Eine neue Umfrage zeigt eine starke öffentliche Unterstützung für die Besteuerung von Vermögen und großen Erbschaften in Deutschland. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der aktuellen Vermögensverteilung im Land. Die Mehrheit der Wähler – unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung – empfindet das System als ungerecht und befürwortet Maßnahmen zur Veränderung.
Laut der Umfrage sprechen sich 64 Prozent der Deutschen für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer aus, während nur 29 Prozent dagegen sind. Die Zustimmung variiert je nach Partei: 88 Prozent der Anhänger der Linken und 87 Prozent der Grünen-Befürworter unterstützen den Schritt, ebenso wie 84 Prozent der SPD-Wähler. Selbst unter den Union-Anhängern sind 62 Prozent dafür, während die AfD-Wähler gespalten sind – hier lehnen 52 Prozent den Vorschlag ab, 42 Prozent befürworten ihn.
Bei den Erbschaftssteuern wünschen sich 61 Prozent der Deutschen höhere Sätze für große Vermögen, 32 Prozent sind dagegen. Auch hier zeigen sich klare parteipolitische Unterschiede: 88 Prozent der Grünen-Anhänger, 85 Prozent der Linken-Wähler, 78 Prozent der SPD-Unterstützer und 64 Prozent der Union-Sympathisanten sprechen sich für die Erhöhung aus.
Die Umfrage legt zudem tiefgreifende Bedenken hinsichtlich der Gerechtigkeit offen: Nur 15 Prozent der Deutschen halten die Vermögensverteilung für fair, während 81 Prozent sie als ungerecht empfinden. Regionale Unterschiede fallen auf – besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Raum Berlin-Brandenburg halten 90 Prozent der Befragten die Verteilung für ungerecht.
Die Ergebnisse deuten auf einen breiten Konsens über Vermögensungleichheit und Steuerreformen hin, der parteiübergreifend besteht. Eine Mehrheit der Deutschen – darunter Anhänger fast aller großen Parteien – wünscht sich Änderungen bei Erbschafts- und Vermögenssteuern. Die Daten unterstreichen zudem regionale Frustration, insbesondere in Ostdeutschland, wo die Unzufriedenheit mit der Vermögensverteilung am größten ist.






