Deutsche greifen zu Discountern: Wie die Krise Supermärkte umkrempelt
Hans Jürgen ZobelDeutsche greifen zu Discountern: Wie die Krise Supermärkte umkrempelt
Deutsche Verbraucher steigen auf Discount-Supermärkte um, da Energiepreise und Lebenshaltungskosten steigen. Die Entwicklung trifft große Einzelhändler bereits hart – manche verlieren Kunden innerhalb weniger Wochen nach Beginn des Iran-Konflikts. Experten bezeichnen den Wandel als beispiellos in Tempo und Ausmaß.
Die neuesten Zahlen zeigen, dass Aldi Süd und Aldi Nord rasant Marktanteile gewinnen. In der Kalenderwoche 12 stieg der Kundenanteil von Aldi Süd im Vergleich zur Woche vor Kriegsbeginn um einen vollen Prozentpunkt. Aldi Nord verzeichnete einen kleineren, aber dennoch bemerkenswerten Anstieg um 0,7 Prozentpunkte.
Unterdessen kämpfen klassische Supermärkte mit Rückgängen. Edeka verlor im selben Zeitraum 0,6 Prozentpunkte bei den Kundenbesuchen, Rewe büßte 0,7 Prozentpunkte ein, und Kaufland verzeichnete einen Rückgang um 0,5 Prozentpunkte.
Analysten betonen die finanzielle Tragweite dieser Verschiebungen: Ein einziger Prozentpunkt Marktanteil entspricht bei deutschen Lebensmitteleinzelhändlern etwa 2 Milliarden Euro zusätzlichem Umsatz. Maarten Vander Beken von Accurat nannte den Trend ungewöhnlich – Vergleichbares sei bisher nie beobachtet worden.
Der rasche Wechsel zu Discountern spiegelt den wachsenden Druck auf die Haushaltsbudgets wider. Angesichts steigender Energiekosten setzen Verbraucher Sparen vor Markentreue. Die Auswirkungen auf den Einzelhandel sind drastisch und verändern den Lebensmittelmarkt innerhalb von nur drei Wochen grundlegend.






