Deutschlands Schulden explodieren: 2,5 Billionen Euro und kaum Fortschritt bei Klimaprojekten
Jan StahrDeutschlands Schulden explodieren: 2,5 Billionen Euro und kaum Fortschritt bei Klimaprojekten
Deutschlands Staatsverschuldung ist in den letzten Jahren stark angestiegen – von 1,9 Billionen Euro im Jahr 2020 auf über 2,5 Billionen Euro bis 2025. Dieser Anstieg entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von fast 30.000 Euro. Hintergrund ist die Ausweitung großer Ausgabenprogramme der Regierung, mit denen Infrastrukturprojekte und Klimaziele finanziert werden sollen.
Im März 2025 lockerte die Regierungscoalition die verfassungsmäßige Schuldenbremse, um bestimmte Ausgaben von den Kreditobergrenzen auszunehmen. Dies ebnete den Weg für Initiativen wie den Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK), ein mit Krediten finanziertes Programm über 500 Milliarden Euro, das über zwölf Jahre läuft.
Bis Ende 2025 befanden sich zwei Drittel der SVIK-Projekte noch in der Planungsphase, nur ein Drittel war tatsächlich in Umsetzung. Trotz des zögerlichen Starts sicherte die Regierung verbindliche Zusagen in Höhe von 87,6 Milliarden Euro für diese Vorhaben. Von den für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro wurden jedoch nur 24 Milliarden ausgegeben – 13 Milliarden blieben ungenutzt.
Kritiker werfen der Regierung vor, dass ein Großteil der SVIK-Mittel lediglich bestehende Haushaltsmittel umwidmet, statt echte Neuinvestitionen zu tätigen. Parallel erhielt der Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF), für den Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zuständig ist, zusätzliche Mittel in Höhe von 100 Milliarden Euro. Auch die Militärhaushalte steigen deutlich: von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 103,5 Milliarden Euro bis 2029.
Laut Prognosen könnte der SVIK das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern. Doch Verzögerungen bei der Umsetzung und offene Fragen zur Finanzierung prägen weiterhin die Debatte. Die ausgeweiteten fiskalpolitischen Maßnahmen spiegeln einen grundlegenden Wandel in den wirtschaftlichen Prioritäten des Landes wider.






