07 April 2026, 00:26

DRK-Präsident Gröhe fordert radikale Sozialreformen gegen drohenden Kollaps

Alter deutscher Regierungsdokument mit einem kreisförmigen schwarz umrandeten Stempel auf vergilbtem Papier.

DRK-Präsident Gröhe fordert radikale Sozialreformen gegen drohenden Kollaps

Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), hat weitreichende Reformen in Deutschlands Sozial- und Gesundheitssystem gefordert. Er warnt, dass die aktuellen finanziellen Engpässe und die steigende Nachfrage nach Pflege die Versorgung an ihre Grenzen bringen. Seine Äußerungen fallen mit dem Beginn der Beratungen der Regierungskommission zum Sozialstaat zusammen, die nun Vorschläge von Sozialverbänden prüft.

Gröhe verwies auf mehrere drängende Herausforderungen für den Sozialstaat, darunter die alternde Bevölkerung, die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen und das zunehmende Problem der Einsamkeit. Zudem betonte er die Notwendigkeit, Zuwanderer besser in die Unterstützungssysteme zu integrieren.

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Er warnte davor, dass Kürzungen bei der ambulanten Pflege mehr Menschen früher als nötig in stationäre Einrichtungen zwingen könnten. Zwar mögen kurzfristige Einsparungen verlockend erscheinen, doch schlecht durchdachte Reformen könnten langfristig die Kosten in die Höhe treiben, argumentierte er. Stattdessen plädierte er für einen Schwerpunkt auf präventiver Versorgung, um Krankheiten vorzubeugen und die Belastung des Systems zu verringern.

Der DRK-Chef begrüßte, dass die Regierungskommission Forderungen von Wohlfahrtsverbänden in ihre Arbeit einbezieht. Gleichzeitig bestand er darauf, dass echte Veränderungen tiefgreifendere Abstimmungen erfordern als die üblichen Anhörungen in Kabinett oder Parlament. Sozialverbände müssten eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Reformen spielen, so Gröhe.

Darüber hinaus setzte er sich für mehr Effizienz im System ein. Weniger Bürokratie und eine konsequente Digitalisierung, so seine Überzeugung, würden die Leistungen zielgenauer und wirksamer machen. Seine Organisation werde sich in den kommenden Monaten aktiv in die Debatte um die Gesundheitsreformen einbringen.

Gröhes Aussagen unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung bei der Sozialreform. Ohne ausreichende Investitionen in Prävention und ambulante Versorgung, warnt er, drohe das System langfristig nicht mehr tragfähig zu sein. Das Deutsche Rote Kreuz werde weiterhin für Reformen eintreten, die Kostendämpfung mit qualitativ hochwertiger Versorgung in Einklang bringen.

Quelle