03 April 2026, 02:21

Durchbruch in der Supraleitung: Erstmals direkte Beweise in wasserstoffreichen Materialien entdeckt

Schwarzes und weißes Foto eines Tunnels mit einer zentralen Metallstruktur, Metallstangen auf der linken Seite, einer Wand auf der rechten Seite und Text unten.

Durchbruch in der Supraleitung: Erstmals direkte Beweise in wasserstoffreichen Materialien entdeckt

Wissenschaftler haben erstmals direkte mikroskopische Beweise für Supraleitung in wasserstoffreichen Materialien entdeckt. Der Durchbruch stammt aus einer Studie unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, bei der eine supraleitende Energielücke in Schwefelwasserstoff (H₃S) nachgewiesen wurde. Diese Entdeckung markiert einen bedeutenden Schritt vorwärts auf der Suche nach Supraleitern, die bei Raumtemperatur und niedrigerem Druck funktionieren.

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Die in der Fachzeitschrift Nature am 23. April 2025 veröffentlichte Forschung wird als der bedeutendste Fortschritt in der Wasserstoff-Supraleitung seit der ersten Entdeckung der Supraleitung in H₃S im Jahr 2015 gefeiert. Das Team nutzte Hochdruck-Elektronentunnel-Spektroskopie, um die supraleitende Energielücke in H₃S und seinem Deuterium-Pendant D₃S zu messen. In H₃S betrug die Lücke etwa 60 Millielektronenvolt (meV), während D₃S eine kleinere Lücke von rund 44 meV aufwies. Dieser Unterschied stützt die Theorie, dass Elektron-Phonon-Wechselwirkungen die Supraleitung in diesen Materialien antreiben.

Seit der Entdeckung der Supraleitung in H₃S bei 203 Kelvin und 155 Gigapascal (GPa) im Jahr 2015 haben Forscher weitere wasserstoffreiche Verbindungen untersucht. Dazu gehören Lanthan-Decahydrid (LaH₁₀), das bei 250–260 Kelvin und 170–200 GPa supraleitend wird, sowie Yttrium-Superhydride (YH₆–YH₉) mit Übergangstemperaturen nahe 240 Kelvin bei etwa 200 GPa. Die neue Studie baut auf diesen Fortschritten auf und unterstreicht das Potenzial für praktische Hochtemperatur-Supraleiter.

Feng Du, der Erstautor der Studie, trug zu Experimenten bei, die den ersten direkten Nachweis der Energielücke in H₃S liefern. Dr. Mikhail Eremets, eine führende Persönlichkeit auf diesem Gebiet, bezeichnete die Arbeit als Meilenstein in der Wasserstoff-Supraleitungsforschung. Die Bestätigung einer supraleitenden Lücke in H₃S und D₃S stärkt die Annahme, dass Elektron-Phonon-Kopplung der Mechanismus hinter ihrer Supraleitung ist. Diese Entdeckung bringt das Ziel von Raumtemperatur-Supraleitern bei moderatem Druck der Realität einen Schritt näher. Die Ergebnisse eröffnen neue Wege für die Entwicklung von Materialien, die die Energieübertragung und -speicherung revolutionieren könnten.

Quelle