Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernbau – Snøhettas Vision scheitert an den Kosten
Albertine StollDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernbau – Snøhettas Vision scheitert an den Kosten
Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Oberbürgermeister Stephan Keller traf die Entscheidung, und die Stadt erwarb das Grundstück für 137 Millionen Euro zurück.
Ursprünglich sollte das Nachkriegs-Opernhaus durch einen modernen Neubau von Snøhetta ersetzt werden. Doch eine Kostenanalyse ergab, dass der Neubau unerschwinglich war. Stattdessen wurde die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.
Oberbürgermeister Keller schlug vor, das bestehende Opernhaus am Hofgarten zu sanieren – eine pragmatischere Lösung. Die Entscheidung lässt Snøhetta ohne Auftrag in Düsseldorf zurück. Unterdessen steht in Rostock das Volkstheater – ein modernistisches Baudenkmal aus der DDR-Zeit von 1943 – vor einer ungewissen Zukunft.
Die regierende Rostocker CDU wollte das Theater abreißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte Teile des Gebäudes 2022 unter Schutz. Ein Abriss ist damit unwahrscheinlich.
Düsseldorfs Absage an die Milliarden-Oper könnte einen Wendepunkt bei teuren Kulturprojekten in Deutschland markieren. Die Stadt konzentriert sich nun auf die Sanierung ihres bestehenden Opernhauses. In Rostock scheint der Denkmalschutz des Volkstheaters dessen Zukunft vorerst gesichert zu haben.






