Edeka rettet 200 Tegut-Filialen – doch das Kartellamt hat das letzte Wort
Hans Jürgen ZobelEdeka rettet 200 Tegut-Filialen – doch das Kartellamt hat das letzte Wort
Edeka übernimmt 200 Filialen der angeschlagenen Tegut-Supermarktkette nach Migros-Rückzug
Nach dem angekündigten Marktaustritt von Migros steht Edeka kurz davor, rund 200 Filialen der kränkelnden Supermarktkette Tegut zu übernehmen. Die Transaktion, die noch der Zustimmung des Bundeskartellamts bedarf, soll Tausende Arbeitsplätze sichern und die lokalen Läden vor der Schließung bewahren. Edeka-Chef Markus Mosa warnte, dass eine Ablehnung des Deals zu flächendeckenden Filialschließungen und massiven Stellenabbau führen könnte.
Die geplante Übernahme folgt auf die Entscheidung von Migros, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen, wodurch die Zukunft von Tegut ungewiss geworden war. Edeka hat zugesagt, alle 4.500 Mitarbeiter in den betroffenen Filialen zu übernehmen. Mosa versprach zudem, sämtliche Standorte weiterzuführen – selbst solche in weniger rentablen Regionen.
Der Edeka-Chef drängt das Kartellamt zu einer zügigen Prüfung des Vorhabens und argumentiert, dass Verzögerungen die Lage für Beschäftigte und Gemeinden weiter verschärfen könnten. Bedenken, die Übernahme könnte zu höheren Verbraucherpreisen führen, wies er zurück. Stattdessen machte er globale Markenhersteller als Haupttreiber der steigenden Kosten aus. Laut Edeka-Daten haben große Marken ihre Preise um etwa 40 Prozent stärker erhöht als die Eigenmarken des Supermarkts.
Bevor der Deal vollzogen werden kann, steht noch die regulatorische Genehmigung aus. Sollte diese verweigert werden, drohen Mosa zufolge zahlreiche Schließungen, die ganze Städte ohne lokale Lebensmittelversorgung zurücklassen würden.
Edekas Übernahmeplan würde Arbeitsplätze sichern und die Versorgung der Kunden in den betroffenen Regionen aufrechterhalten. Die Entscheidung des Kartellamts wird nun darüber entscheiden, ob der Deal zustande kommt oder Tegut eine ungewisse Zukunft bevorsteht. Eine Ablehnung, so Mosa, hätte Filialschließungen und Entlassungen zur Folge – eine Warnung, die er wiederholt betont hat.






