Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu fallen
Hans Jürgen ZobelEmmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu fallen
Die Kreisverwaltung Emmendingen hat Pläne vorgelegt, um die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu senken. Steigende Ausgaben und ein angespanntes Budget zwingen die Verantwortlichen zu Kürzungen – trotz der jüngsten Ausweitung der Bus- und Bahnverbindungen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Belastung zu verringern, ohne dabei die wichtigsten Verbindungen aufzugeben.
Die Betriebskosten für den öffentlichen Verkehr liegen mittlerweile deutlich über den ursprünglichen Schätzungen. Um das Defizit auszugleichen, schlägt die Verwaltung vor, Verträge für Abendbusse auf bestimmten Entwicklungsstrecken zu kündigen. Betroffen wären damit Städte wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim – eine Maßnahme, die jährlich etwa 100.000 Euro einsparen würde.
Die Kommunen stehen nun vor der Wahl: die Kosten selbst tragen oder die Abendverbindungen bereits ab 20 Uhr einstellen. Radikalere Optionen, wie die vollständige Streichung aller Fahrten nach 22 Uhr oder die Reduzierung hochfrequentierter Linien, wurden zwar diskutiert, werden derzeit aber nicht empfohlen.
Auch der Schülerverkehr und die regulären Buslinien sollen weiter optimiert werden. Diese Anpassungen könnten im Haushalt 2027 rund 200.000 Euro sparen. Eine für 2027 geplante Verkehrsuntersuchung soll dann über tiefgreifendere Kürzungen ab 2028 entscheiden.
Ein vorgeschlagener Mobilitätspass, der von Anwohnern oder Fahrzeugbesitzern monatliche Zahlungen für den öffentlichen Verkehr verlangt hätte, wurde geprüft, aber wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Unsicherheiten verworfen. Dennoch wird der Landkreis den lokalen Nahverkehr und den Schülertransport auch 2026 mit rund neun Millionen Euro bezuschussen.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni beraten. Die endgültige Entscheidung des Kreistags wird für den 20. Juli erwartet. Die Maßnahmen konzentrieren sich darauf, das Budget auszugleichen, ohne den Service vollständig abzubauen. Durch Einsparungen bei den Abendverbindungen und optimierten Fahrplänen soll die finanzielle Stabilität gesichert werden. Die endgültige Beschlussfassung liegt nach den anstehenden Beratungen bei Ausschuss und Kreistag.
