Energiekrise treibt Spritpreise und Lebenshaltungskosten auf Rekordniveau
Lissi StiebitzEnergiekrise treibt Spritpreise und Lebenshaltungskosten auf Rekordniveau
Die globale Energiekrise verschärft sich weiter und treibt mit explodierenden Spritpreisen die Belastung für Haushalte sowie die Lebensmittelversorgung in die Höhe. Eine neue Warnung der Internationalen Energieagentur (IEA) deutet darauf hin, dass die Folgen verheerender ausfallen könnten als bei früheren Schocks. Gleichzeitig treiben einige Länder den Ausbau erneuerbarer Alternativen voran, da die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zunehmend Sorgen auslöst.
Anfang 2023 meldete der britische Ölmulti BP einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der starke Anstieg fiel mit steigenden Ölpreisen zusammen, die weltweit die Kosten für Treibstoff, Düngemittel und Transport in die Höhe trieben. Milliarden Menschen sehen sich nun höheren Ausgaben gegenüber, während bis zu 45 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger bedroht sein könnten, sollte sich die Krise über die Jahresmitte hinausziehen.
Auch in Deutschland haben die steigenden Energiepreise die Ängste geschürt. Eine Umfrage Ende März ergab, dass sich fast 80 Prozent der Deutschen durch die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen bedroht fühlen. Die im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eingeführte Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen hat bisher rund 2,5 Milliarden Euro eingespielt.
Anderswo verdoppelten sich Chinas Solarpaneel-Exporte im März im Vergleich zum Vormonat – ein Zeichen für den Wandel in der Energienachfrage. Südkoreas Präsident präsentierte unterdessen Pläne, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur und die Einführung eines "Solar-Einkommens"-Programms zu verringern. Bundesfinanzminister Christian Lindner unterstützte diesen Kurs und erklärte, erneuerbare Energien seien "Freiheitsenergien" – eine Reaktion auf den Krieg in der Ukraine.
Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur, warnte, die aktuelle Krise werde schwerwiegendere Folgen haben als frühere Störungen. Seine Aussagen unterstreichen die dringende Notwendigkeit stabiler und bezahlbarer Energiequellen.
Die Krise hat die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben und die Risiken für die Ernährungssicherheit verschärft. Länder wie Deutschland und Südkorea beschleunigen nun Projekte für erneuerbare Energien, um sich von den schwankenden Märkten für fossile Brennstoffe unabhängiger zu machen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen die Belastung für Haushalte und globale Lieferketten lindern können.






