Experten fordern 56 Maßnahmen zum Schutz von Kindern in sozialen Medien
Lissi StiebitzExperten fordern 56 Maßnahmen zum Schutz von Kindern in sozialen Medien
Experten fordern strengere Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche vor den Risiken sozialer Medien und künstlicher Intelligenz. Ein neuer Bericht enthält 56 Empfehlungen, um digitale Teilhabe mit Sicherheit in Einklang zu bringen. Die Vorschläge zielen darauf ab, wachsende Bedenken hinsichtlich der Online-Gefahren für junge Menschen zu adressieren.
Olaf Köller und Nadine Schön stellten die Empfehlungen an Politiker vor. Dazu gehören das Verbot von suchtfördernden Funktionen auf Plattformen sowie die Ausweitung bewährter Schulinitiativen. Die Kommission lehnte ein pauschales Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige als unwirksam ab.
Auch Gesundheitsfachkräfte sollen eine Rolle spielen. Kinderärzte werden aufgefordert, die Risiken sozialer Medien bei Routineuntersuchungen anzusprechen. Hebammen sollen werdende Eltern über die Gefahren von Bildschirmzeit für Säuglinge und die Auswirkungen übermäßigen Handygebrauchs der Eltern aufklären.
Bildungsministerin Prien plant, sich für gesetzliche Änderungen einzusetzen. Vorgeschlagen wird ein Mindestalter von 13 Jahren für die Nutzung sozialer Medien, mit Ausnahmen für nachweislich kindgerechte Inhalte. Zudem will sie die medienpädagogische Verantwortung von Eltern im Bürgerlichen Gesetzbuch verankern. Darüber hinaus wird Prien mit EU-Kollegen über europaweite Altersverifikationsregeln beraten.
Der Bericht betont die Bedeutung von Medienkompetenz. Universitäten und berufliche Ausbildungsprogramme sollen die Vermittlung digitaler Kompetenzen für zukünftige Pädagogen verpflichtend einführen. Ziel ist es, eine gesunde Entwicklung in einer zunehmend digitalen Welt zu fördern.
Die Empfehlungen konzentrieren sich auf praktische Schritte zum Schutz junger Menschen im Netz. Dazu zählen rechtliche Maßnahmen, Bildungsreformen und gesundheitliche Leitlinien. Das Ziel ist eine sicherere digitale Umgebung, die gleichzeitig Medienkompetenz und Inklusion stärkt.
