24 June 2026, 20:16

FDP-Streit eskaliert: Interview mit Junger Freiheit spaltet die Partei

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Interview mit Junger Freiheit spaltet die Partei

In der FDP ist eine Debatte entbrannt, nachdem Martin Hagen ein Interview der Jungen Freiheit gegeben hat, einem Medium mit Verbindungen zur extremen Rechten. Die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte den Schritt öffentlich. Die Diskussion offenbart tiefe Gräben innerhalb der Partei über den Umgang mit umstrittenen Medien.

Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 als Bundesjustizministerin amtierte, verurteilte Hagens Entscheidung. Sie argumentierte, dass Gespräche mit der Jungen Freiheit die rechtspopulistische AfD salonfähig machen könnten. Unterstützung erhielt sie von Sabine Döring, die aus Protest gegen die Wahl des Forums von einer FDP-Podiumsdiskussion zurücktrat.

Hagen verteidigte das Interview und betonte, das Blatt sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er einen gesellschaftlichen Rückgang konstruktiver Debattenkultur, insbesondere während der Amtszeit von Angela Merkel. Unterdessen lobte Susanne Seehofer das Gespräch und unterstrich die Bedeutung des Dialogs jenseits politischer Echokammern.

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Trotz seiner Rechtfertigung schloss Hagen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Die Partei bleibe für die FDP ein ungeeigneter Partner, so Hagen. Der Spiegel heizte die Kontroverse weiter an, indem er dem Interview einen Bruch journalistischer Grundsätze vorwarf.

Der Streit zeigt die Spannungen innerhalb der FDP beim Umgang mit Medien und politischen Grenzen auf. Während Hagens Interview von prominenten Parteimitgliedern kritisiert wird, erhält er gleichzeitig Rückhalt von denen, die für einen offenen Dialog plädieren. Die Partei bleibt in der Frage, wie sie diese Herausforderungen bewältigen soll, gespalten.

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