Finanzkrise im Gesundheitssystem: Bundestag debattiert über dringende Reformen
Hans Jürgen ZobelFinanzkrise im Gesundheitssystem: Bundestag debattiert über dringende Reformen
Deutschlands Gesundheitssystem steht vor einer wachsenden Finanzkrise. Am Freitag wird der Bundestag über die von der Regierung vorgeschlagenen Reformen debattieren. Beamte warnen mittlerweile vor deutlich höheren Defiziten als bisher prognostiziert.
Die Kosten der Krankenkassen stiegen zu Beginn des Jahres 2023 stark an. Die Ausgaben für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser kletterten allein im ersten Quartal um 7,8 Prozent – und lagen damit über der ursprünglichen Jahresprognose von 6,5 Prozent.
Die Finanzierungslücke für dieses Jahr hat sich bereits um 3,5 Milliarden Euro stärker geweitet als erwartet. Das volle Ausmaß der Probleme wird sich 2025 zeigen. Bis dahin werden die jährlichen Fehlbeträge kontinuierlich steigen.
Den Prognosen zufolge wird das Defizit 2027 bei 2,5 Milliarden Euro liegen, gefolgt von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2028. Die Lücke wird sich weiter vergrößern und 2029 bei 4,4 Milliarden Euro liegen. Bis 2030 könnte das System ein Defizit von rund 5,8 Milliarden Euro aufweisen.
Die erste Lesung im Bundestag am Freitag markiert den Beginn der Bemühungen, die Krise in den Griff zu bekommen. Ohne Kurskorrekturen wird das Gesundheitssystem mit steigenden Kosten und wachsenden Fehlbeträgen kämpfen. Nun müssen die Abgeordneten entscheiden, wie die Finanzierung in den kommenden Jahren stabilisiert werden kann.






