11 April 2026, 14:24

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Deutschland hat sein Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes um fünf neue Traditionen erweitert. Zu den Neuzugängen zählen die Straßenfußballkultur, das Maßschneiderhandwerk sowie die Martinstagsbräuche im Rheinland. Diese Praktiken wurden aufgrund ihrer prägenden Rolle für die gemeinsame kulturelle Identität und das Gemeinschaftsleben ausgewählt.

Die Aktualisierung folgt einem detaillierten Prüfverfahren unter Leitung der Deutschen UNESCO-Kommission und der zuständigen Kulturbehörden. Vertreter betonten, wie wichtig die aktive Teilhabe der Menschen ist, um solche Traditionen lebendig zu halten und an künftige Generationen weiterzugeben.

Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 in Paris verabschiedet. Seitdem haben 185 Länder das Abkommen ratifiziert, Deutschland trat 2013 bei. Das nationale Verzeichnis umfasst nun 173 lebendige kulturelle Ausdrucksformen, die im ganzen Land bewahrt werden.

Bevor eine Tradition aufgenommen wird, durchlaufen die Vorschläge ein gründliches Bewertungsverfahren. Das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission prüft jeden Antrag. In einem mehrstufigen Auswahlprozess wird anschließend entschieden, welche Praktiken Anerkennung finden.

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Die neuesten Eintragungen spiegeln eine Mischung aus regionalen und handwerklichen Traditionen wider. Die Straßenfußballkultur, lokal als Bolzplatzkultur bekannt, wurde ebenso aufgenommen wie das Handwerk der Herrenmaßschneiderei (Herrenschneiderhandwerk). Zudem zählen dazu der Martinstagsbrauch im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee und den Boddengewässern.

Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich die Bedeutung der täglichen Auseinandersetzung mit Traditionen. Immaterielles Kulturerbe gedeihe besonders, wenn Gemeinschaften es aktiv mitgestalteten und gemeinsam bewahrten, so Binz. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass diese Praktiken aus geteiltem Wissen und kollektiver Teilhabe entstanden.

Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Kulturerbe als Grundpfeiler moderner Identität. Das nationale Verzeichnis würdigt gezielt kreative, inklusive und innovative Ausdrucksformen, die Menschen über Generationen hinweg verbinden.

Mit den fünf Neuzugängen steigt die Zahl der in Deutschland anerkannten immateriellen Kulturgüter auf 173. Diese Traditionen sind nun offiziell als Teil des lebendigen Kulturerbes dokumentiert. Ihre Aufnahme unterstreicht das anhaltende Bemühen, kulturelle Vielfalt durch aktives gemeinschaftliches Engagement zu bewahren und zu fördern.

Quelle