06 April 2026, 18:23

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – aber lobt Pallas Reformen

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GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – aber lobt Pallas Reformen

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die komplexe Unternehmensstruktur als "Geldwäschemaschine" und stellte die internen Abrechnungsmethoden infrage. Gleichzeitig unterstützte er die jüngsten Reformen von Vorstandschefin Evelyn Palla und nannte sie einen Schritt in Richtung besserer Unternehmensführung.

Reißen wies auf langjährige Probleme bei der DB hin und warf dem Konzern vor, unter dem Dach der DB AG Hunderte von Tochtergesellschaften zu betreiben – zeitweise sogar über 1.000. Er behauptete, das Unternehmen rechne interne Dienstleistungen untereinander ab und schaffe so unnötige Finanzebenen. Seine Kritik erstreckte sich auch auf frühere Personalentscheidungen, insbesondere die Berufung der Finanzvorständin Karin Dohm, die er für die Position als unqualifiziert bezeichnete.

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Trotz dieser Vorbehalte lobte Reißen Pallas Führung seit ihrem Amtsantritt. Er begrüßte ihre Entscheidung, den Top-Management-Bereich um die Hälfte zu verkleinern, und argumentierte, dies werde die Abläufe verschlanken und die Produktivität steigern. Der GDL-Vorsitzende billigte zudem Pallas Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie von Dohm, und betonte, dass Kontinuität in der Führung entscheidend sei.

Reißen hob hervor, dass Palla sich Zeit nehme, um die Unternehmensstrukturen genau zu prüfen und Verantwortlichkeiten klar zu verteilen. Dennoch zeige er sich verärgert darüber, dass der Aufsichtsrat Dohm überhaupt eingestellt habe, und warnte, diese Entscheidung könnte noch für Kontroversen sorgen.

Reißens Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Spannungen um die finanzielle Transparenz und die Führungsstruktur der DB. Zwar unterstützt er Pallas Umstrukturierungsmaßnahmen, doch seine Kritik an vergangenen Entscheidungen deutet auf weiterhin bestehende Herausforderungen für das Unternehmen hin. Die Reformen zielen darauf ab, die Abläufe zu vereinfachen – doch bleibt unklar, wie schnell sich die Veränderungen auswirken werden.

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