Gleichstellungsbeauftragte warnen vor wachsendem Antifeminismus und fordern Nationalen Aktionsplan
Albertine StollGleichstellungsbeauftragte warnen vor wachsendem Antifeminismus und fordern Nationalen Aktionsplan
Rund 500 Gleichstellungsbeauftragte aus deutschen Kommunen trafen sich vergangene Woche in Lübeck zu einer bundesweiten Konferenz. Im Mittelpunkt standen der Aufstieg antifeministischer Bewegungen und deren Auswirkungen auf demokratische Werte. Unter den Teilnehmenden war Heike Tatsch, Vertreterin der Stadt Lünen, die auf die Dringlichkeit des Themas hinwies.
Die Konferenz konzentrierte sich auf die Lübecker Erklärung, ein klares Bekenntnis gegen Frauenfeindlichkeit und für den Schutz der Gleichberechtigung. Diskutiert wurde, wie sich Antifeminismus längst aus randständigen Gruppen heraus in Politik, Arbeitswelt und Alltag ausgebreitet hat. Tatsch warnte, dass die Feindseligkeit gegenüber Frauen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwäche und ein Klima der Angst schaffe.
Als deutliche Beispiele für die Problematik wurden Angriffe auf Politikerinnen und Gleichstellungsprojekte genannt. Zudem verwiesen die Delegierten auf die Diffamierung von Frauen in öffentlichen Ämtern sowie auf Rückschritte bei hart erkämpften Rechten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, formulierte die Konferenz konkrete Forderungen an die Bundesregierung.
Dazu zählen ein Nationaler Aktionsplan gegen Antifeminismus, bessere Unterstützung für Alleinerziehende sowie eine flächendeckende Versorgung mit hebammengeleisteter Geburtshilfe. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Stärkung des rechtlichen Schutzes vor geschlechtsspezifischer Gewalt. Tatsch betonte, dass ohne schnelles Handeln lokale Gleichstellungsinitiativen vor wachsenden Hindernissen stünden.
Die Konferenz endete mit einem Appell an die Politik, konkrete Maßnahmen zum Schutz der Gleichberechtigung umzusetzen. Tatsch machte deutlich, dass Antifeminismus kein isoliertes Problem sei, sondern eine gesellschaftliche Bedrohung, die eine abgestimmte Gegenstrategie erfordere. Die Vorschläge liegen nun der Regierung zur Prüfung vor, während Kommunen bereitstehen, deren Umsetzung voranzutreiben.






