Grüner Politiker will junge Männer mit Feminismus gewinnen – aber wie?
Lissi StiebitzGrüner Politiker will junge Männer mit Feminismus gewinnen – aber wie?
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für neue Wege ein, um junge Männer für feministische Ideen zu begeistern. Sein Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Umfragen eine deutliche politische Kluft zwischen jungen Männern und Frauen zeigen. Noch vor 20 Jahren waren Diskussionen über Männlichkeit weniger polarisiert – der Torwart Tim Wiese trug etwa ohne Kritik pinkfarbene Kleidung.
Banaszak räumte kürzlich ein, dass seine früheren Versuche, Männer zu erreichen, möglicherweise zu konfrontativ gewesen seien. In einem Interview mit Playboy unternahm er seinen ersten prominenten Versuch, junge Männer für Geschlechterfragen zu sensibilisieren. Seine Argumentation ist klar: Starre Geschlechterrollen schränken Männer genauso ein wie Frauen – und Männer sollten Feminismus als für ihr eigenes Leben relevant begreifen.
Die politischen Konsequenzen sind beträchtlich. Bei der letzten Bundestagswahl wählten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich die rechtsextreme AfD, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Parteien bevorzugten. Der AfD-Politiker Maximilian Krah riet jungen Männern mit Dating-Problemen in einem Video, das bei verunsicherten jungen Männern Anklang fand, sogar, man müsse „auf der richtigen Seite“ stehen.
Banaszak fordert nun gezielte „Räume, in denen Männer über Geschlechterfragen diskutieren können“ innerhalb der Grünen. Das ist kein neues Konzept – bereits vor 16 Jahren scheiterte ein ähnlicher Vorschlag am mangelnden Interesse der Männer. Diesmal besucht er Initiativen wie Vaterwelten in Krefeld, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, und setzt sich für eine bessere Förderung solcher Projekte ein.
Selbst kleine Gesten unterstreichen seine Haltung: Sein Büro ist pink gestrichen, eine Farbe, die er offen mag – ein Zeichen für den Bruch mit traditionellen Männlichkeitsbildern.
Banaszaks Strategie kombiniert direkte Ansprache mit politischer Unterstützung für Männergruppen. Ziel ist es, Feminismus für junge Männer attraktiver zu machen, die sich abgehängt fühlen. Ob dieser Ansatz die wachsende politische Kluft zwischen jungen Männern und Frauen überbrücken kann, bleibt abzuwarten.






