Güterbahnen fordern schärfere Kontrolle über marode Schieneninfrastruktur nach Funk-Chaos
Hans Jürgen ZobelGüterbahnen fordern schärfere Kontrolle über marode Schieneninfrastruktur nach Funk-Chaos
Bund der Güterbahnen fordert strengere staatliche Kontrolle der Schieneninfrastruktur
Der Bund der Güterbahnen (BdG) hat eine stärkere staatliche Aufsicht über die Schieneninfrastruktur gefordert. Anlass ist ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Funknetzes für den Bahnverkehr, der zu erheblichen Betriebsstörungen im gesamten Land führte. Der Verband warnt, dass Güterverkehrsunternehmen mittlerweile in einem Dauer-Krisenmodus agieren müssten.
Ein kürzlich aufgetretener flächendeckender Funkausfall habe gravierende Lücken in den Notfallplänen offenbart, hieß es aus der Branche. Während der Störung seien keine wirksamen Ersatzlösungen verfügbar gewesen.
Zudem kritisierte der Verband das mehrtägige Chaos an Christi Himmelfahrt. Probleme in den Fahrplanzentralen und Leitstellen verschärften die Störungen und legten tiefgreifende strukturelle Schwächen bloß. Neele Wesseln, Geschäftsführerin des BdG, übt scharfe Kritik an DB InfraGO, dessen operative Defizite immer größer würden.
Als Reaktion hat der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die anhaltende Instabilität im Schienennetz zu thematisieren. Gefordert werden Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Infrastruktur. Zudem schlägt der BdG die Einrichtung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur vor, um den Netzbetreiber wirksamer zu überwachen.
Gleichzeitig drängt der Verband die Bundesregierung, bei der Aufsicht über DB InfraGO konsequenter vorzugehen. Güterverkehrsunternehmen leiden weiterhin unter Lieferkettenstörungen und sinkender Wettbewerbsfähigkeit. Die volkswirtschaftlichen Folgen der Pannen für die Branche sind noch nicht absehbar.
