Hannovers Hauptbahnhof: Warum der dringende Ausbau weiter auf sich warten lässt
Lissi StiebitzHannovers Hauptbahnhof: Warum der dringende Ausbau weiter auf sich warten lässt
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein kritischer Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Der Bahnhof bedient täglich über 260.000 Fahrgäste und rund 750 Züge, doch die Finanzierung für den dringend benötigten Ausbau steht weiterhin aus. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, bei den längst überfälligen Modernisierungsmaßnahmen untätig zu bleiben.
Die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen aus Hannover bezeichnete die ausbleibenden Mittel als „Skandal“. Sie betonte, dass zwei zusätzliche Gleise und ein neuer Bahnsteig unverzichtbar seien, um die Überlastung an diesem stark frequentierten Knotenpunkt zu verringern. Aus ihrem Büro hieß es, dass in den jüngsten Gesprächen zwischen der Bundesregierung und der DB InfraGO kein einziges Schienenprojekt – einschließlich des Hannoverschen Ausbaus – in die nächste Planungsphase überführt worden sei.
Auch ein Verkehrsexperte der Grünen warf der Bundesregierung vor, die weitere Planung für die Erweiterung des Bahnhofs zu blockieren. Das Bündnis Allianz pro Schiene schloss sich der Kritik an und nannte es „unlogisch“, dass die Regierung die Modernisierung und den Ausbau des Schienennetzes weiterhin verzögere.
Trotz der massiven Kritik pocht das Bundesverkehrsministerium in den laufenden Haushaltsverhandlungen auf höhere Mittel für Neu- und Ausbauprojekte. Die geplanten Maßnahmen würden die Kapazitäten an einem der meistgenutzten Bahnhöfe Deutschlands deutlich erhöhen. Ohne die notwendigen Finanzmittel kann das Vorhaben jedoch nicht in die nächste Phase gehen. Die aktuellen Verzögerungen drohen, die Engpässe am Hannoverschen Hauptbahnhof weiter zu verlängern.






