18 April 2026, 08:22

Hugo Boss mahnt Kleinbetriebe ab – und erntet massive Kritik für juristische Härte

Eine Karikatur eines Mannes in Hut und Mantel, der eine Zeitung und einen Stock hält, steht vor einem alten Buch mit dem Titel "Die Absurditäten des Boykotts".

Hugo Boss mahnt Kleinbetriebe ab – und erntet massive Kritik für juristische Härte

Modemarke Hugo Boss gerät in Kritik, weil sie Kleinunternehmen und gemeinnützige Organisationen wegen der Nutzung des Wortes "BOSS" abmahnt

Das 1924 gegründete Unternehmen beschäftigt heute weltweit über 14.000 Mitarbeiter und verzeichnet einen Jahresumsatz von mehr als 2,3 Milliarden Pfund. Als Protest gegen die juristischen Schritte hat der Comedian Joe Lycett seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen.

Der Luxushersteller ist wegen Markenrechtsstreitigkeiten gegen mehrere Organisationen vorgegangen. Die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea erhielt eine Unterlassungserklärung und musste 10.000 Pfund für Anwaltskosten und eine Umfirmierung aufbringen. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit rechtlichen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Hugo Boss wurde von einem langjährigen Mitglied der NSDAP gegründet, das Adolf Hitler unterstützte. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen SS-Uniformen – hergestellt von Zwangsarbeitern. 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für das Leid, das in ihrer Fabrik während der NS-Zeit verursacht wurde.

Joe Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, nutzt den Namenswechsel, um auf die Vergangenheit des Unternehmens aufmerksam zu machen. Im Gegensatz zum ursprünglichen Hugo Boss habe er jedoch keine Uniformen für die Nazis produziert, betonte der Komiker. Auf seiner Verbrauchersendung Got Your Back plant er, unter seinem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Streit lenkt die Aufmerksamkeit auf die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch Hugo Boss sowie auf die historischen Verbindungen des Unternehmens zum NS-Regime. Betroffene Kleinbetriebe und gemeinnützige Organisationen stehen nun vor finanziellen und betrieblichen Herausforderungen. Lycetts Protest löst weiterhin eine öffentliche Debatte über unternehmerische Verantwortung aus.

Quelle