Industrie in Deutschland bricht ein: Aufträge stürzen um 3,8 Prozent ab
Albertine StollIndustrie in Deutschland bricht ein: Aufträge stürzen um 3,8 Prozent ab
Deutschlands Industrie erlebt im April einen drastischen Einbruch – neue Aufträge brechen um 3,8 Prozent ein
Der Rückgang fällt deutlich stärker aus als erwartet und verschärft die Sorgen um die wirtschaftliche Lage des Landes. Wirtschaftsvertreter warnen, dass die aktuelle Krise die Folgen der Finanzkrise 2008 oder der Pandemie-Rezession noch übertreffen könnte.
Betroffen sind nahezu alle Branchen: Die Automobilhersteller verzeichneten einen Rückgang der Neugeschäfte um 5,3 Prozent, bei den Maschinenbauern brachen die Aufträge im Vergleich zum März um 7,4 Prozent ein. Am stärksten traf es die Hersteller von Elektroausrüstungen – hier stürzten die Bestellungen um 16,3 Prozent ab.
Hinzu kommt die schwache Nachfrage aus den Euro-Ländern. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von zwei Prozent gerechnet, doch die tatsächlichen Zahlen lagen fast doppelt so hoch. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sprach von einer „katastrophalen“ Stimmung in den Unternehmen.
Doch die Krise beschränkt sich nicht auf die April-Zahlen. Die deutsche Wirtschaft stagniert bereits seit 2019 – in diesem Zeitraum gingen 300.000 Industriearbeitsplätze verloren. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Konflikt mit dem Iran, treiben die Energiepreise in die Höhe und verschärfen die Lieferkettenprobleme weiter.
Die jüngsten Daten bestätigen den anhaltenden Industrieabschwung. Fabriken bauen Stellen ab, Unternehmen kämpfen mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten. Ohne eine Erholung der Auftragslage dürfte sich die Talfahrt der Branche fortsetzen.
