Kai Wegners Berliner Amtszeit steht nach nur drei Jahren auf der Kippe
Lissi StiebitzKai Wegners Berliner Amtszeit steht nach nur drei Jahren auf der Kippe
Kai Wegners Amtszeit als regierender Bürgermeister Berlins könnte bereits in 100 Tagen enden, falls er die anstehende Wahl verliert. Auch seine Führung der Berliner CDU stünde dann wohl vor dem Aus – und damit ein vorzeitiges Ende einer Amtszeit, die erst vor knapp drei Jahren begann.
Die CDU hatte Wegner auf einem Landesparteitag am 12. Februar 2023 als Spitzenkandidaten bestätigt. Trotz schlechter Umfragewerte und geringer Koalitionsoptionen erreichte seine Partei bei der Wahl später im selben Jahr 28,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor der SPD, die auf 18,4 Prozent kam. Dieser Sieg ebnete ihm den Weg ins Rathaus.
Seitdem mehren sich jedoch die Kritik an seiner Krisenbewältigung. Wähler und politische Gegner verweisen auf sein Management während eines Stromausfalls, bei winterlichen Glättegefahren, einem Subventionsskandal sowie der Ernennung eines neuen Staatssekretärs für Digitalisierung. SPD-Chef Raed Saleh hatte ihn vor der Wahl 2023 bereits als „den einsamen Kai“ abgetan.
Selbst bei einer Niederlage bliebe Wegner vorerst geschäftsführend im Amt. Doch es gibt kaum Anzeichen dafür, dass er seinen Erfolg von 2023 bei der nächsten Wahl wiederholen könnte. Eine Niederlage am 20. September 2024 würde das vorzeitige Ende seiner kurzen Amtszeit als regierender Bürgermeister besiegeln – und vermutlich auch sein Amt als CDU-Landesvorsitzender beenden. Die Zukunft der Partei in Berlin wäre dann ungewiss.






