23 April 2026, 14:40

Kim de l'Horizons Kein Körper passt feiert triumphale Bühnenpremiere in Berlin

Ein Vintage-Buch namens "Our Artists - Past and Present" mit verschiedenen männlichen Gesichtern und unterschiedlichen Ausdrücken und Hairstyles.

Kim de l'Horizons Kein Körper passt feiert triumphale Bühnenpremiere in Berlin

Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman Kein Körper passt kommt auf die Bühne

Das preisgekrönte Debüt des Schweizer Autors, das 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, feierte am Dienstag als Bühnenadaption Premiere in Berlins Vaganten Bühne in Charlottenburg. Die 90-minütige Aufführung war restlos ausverkauft – ein weiterer Meilenstein für diese bahnbrechende Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Kim, eine genderfluide Protagonist:in, die sich weigert, in binäre Kategorien gepresst zu werden. Als die Demenz ihrer Großmutter sie zwingt, sich der Vergangenheit zu stellen, beginnt eine Reise zurück in ein Schweizer Vorstadtidyll – und zu den unausgesprochenen Traumata, die sich durch Generationen ziehen. Symbol dieser Auseinandersetzung ist eine Blutbuche, gepflanzt von Kims Urgroßvater, die zum Ort der Geborgenheit und verwurzelten Identität wird.

Auf der Bühne wird Kims Stimme von drei Schauspieler:innen verkörpert: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Gemeinsam zeichnen sie den Kampf eines Körpers nach, der sich gegen feste Zuschreibungen sträubt, die damit verbundene Scham und den langsamen Prozess der Selbstannahme. Die Inszenierung bricht Schweigen, das lange gewahrt wurde – nicht nur für Kim, sondern auch für die Ahnen, deren Geschichten begraben wurden.

Das Stück spiegelt die schonungslose Erkundung von Erinnerung, Geschlecht und Zugehörigkeit aus dem Roman wider. In fragmentarischen Szenen zeigt es, wie transgenerationaler Schmerz Identität prägt – und wie die Rückeroberung der eigenen Erzählung schließlich Befreiung schenken kann.

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Die Adaption bringt Kims zutiefst persönliche Geschichte zu einem live Publikum und verbindet Prosa mit Performance. Indem sie dem Unsagbaren eine Stimme gibt, erweitert das Stück die Wirkung des Romans über die Buchseiten hinaus. Die ausverkaufte Premiere unterstreicht die Kraft dieser Erzählung – als literarischer Triumph und als gemeinsamer Akt der Befreiung.

Quelle