Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht das Aus durch Finanznot
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor einer möglichen Schließung aufgrund unsicherer Finanzierung. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, könnten seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die örtlichen Bezirke übergeben werden. Zudem kämpft die Organisation damit, grundlegende Verwaltungskosten zu decken – ihre Zukunft ist damit akut gefährdet.
Aktuell arbeitet der VKJH mit nur 2,5 Vollzeitstellen für Fachberater:innen und Projektmanager:innen. Um eine Geschäftsführung sowie eine administrative Stelle zu finanzieren, würden jährlich zusätzliche 120.000 Euro benötigt. Dieses Defizit bedroht die Handlungsfähigkeit des Verbandes.
Die Hamburger Bildungsbehörde plant, die Ombudsstelle OHA! Anwält:in für Kinder- und Jugendrechte mit einem neuen Kita-Ombudsdienst zusammenzulegen. Dies würde eine Neuausschreibung erfordern, bei der der VKJH möglicherweise leer ausgeht. Seit 2018 bietet das OHA-Büro jährlich rund 300 Beratungen an und macht öffentlich auf zentrale Probleme in der Jugendhilfe aufmerksam.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) kritisiert die geplante Neuvergabe des Ombudsvertrags. Zwar könnte sich der VKJH erneut bewerben, doch würde das Verfahren knappe Ressourcen binden – ohne Garantie auf Erfolg. Die Unsicherheit verschärft die ohnehin prekäre finanzielle Lage der Organisation weiter.
Sollte keine finanzielle Absicherung gelingen, müsste der VKJH seine Arbeit auf die kommunalen Träger übertragen. Der mögliche Verlust der OHA-Stelle würde Hamburg eine spezialisierte Anlaufstelle für Kinder- und Jugendrechte nehmen. Die Fähigkeit des Verbandes, junge Menschen zu unterstützen, steht damit auf dem Spiel.






