30 April 2026, 10:24

Krypto-Steuerreform: Deutschland will Milliarden durch strengere Regeln einnehmen

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierungen von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf einem weißen Hintergrund.

Krypto-Steuerreform: Deutschland will Milliarden durch strengere Regeln einnehmen

Die deutsche Regierung plant eine Reform der Besteuerung von Kryptowährungen, um Milliarden für die Staatsfinanzen zu mobilisieren. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Änderungen vorgeschlagen, die die aktuelle steuerfreie Haltedauer für Krypto-Investoren abschaffen könnten. Mit der Maßnahme sollen durch strengere Regeln und schärfere Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro eingenommen werden.

Nach dem derzeitigen System zahlen Anleger in Deutschland keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie ihre Vermögenswerte mindestens zwölf Monate halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres werden als privates Einkommen versteuert, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Die geplante Reform könnte diese steuerfreie Frist vollständig streichen und Krypto-Gewinne wie andere Wertpapiere mit einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent belasten – zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Zudem will die Regierung die Kontrolle über kurzfristige Krypto-Transaktionen verschärfen. Klingbeil fordert strengere Prüfungen und härtere Strafen für Steuerhinterzieher, insbesondere bei Geschäften, die innerhalb eines Jahres abgewickelt werden. Eine neue EU-Richtlinie wird diese Bemühungen unterstützen, indem sie Anbieter verpflichtet, detaillierte Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzeridentitäten zu melden – was es erschwert, Gewinne zu verschleiern.

Noch ungeklärt ist, ob die neuen Regeln auch für Anleger gelten sollen, die bereits Kryptowährungen besitzen. Österreich führte 2022 eine ähnliche Reform ein, die Bestandsinvestitionen ausnahm und Gewinne nach einem Jahr mit 27,5 Prozent besteuert. Deutschland könnte eine vergleichbare Übergangsregelung einführen, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Bevor im Bundestag und Bundesrat darüber debattiert werden kann, muss zunächst ein konkreter Gesetzesentwurf vorgelegt werden.

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Sollte die Reform verabschiedet werden, würde sie eine grundlegende Wende in der deutschen Krypto-Besteuerung bedeuten. Die Abschaffung der steuerfreien Haltedauer könnte erhebliche Mehreinnahmen generieren, während schärfere Meldepflichten und Sanktionen Steuerumgehung eindämmen sollen. Die endgültige Ausgestaltung der Regeln hängt von den parlamentarischen Beratungen ab – und davon, ob bestehende Anleger Übergangsschutz erhalten.

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