Luftfahrtbranche kämpft mit explodierenden Kerosinpreisen und Jobverlusten bis 2025
Hans Jürgen ZobelLuftfahrtbranche kämpft mit explodierenden Kerosinpreisen und Jobverlusten bis 2025
Die Luftfahrtbranche steht unter massivem Druck, da die Treibstoffkosten explodieren und die Ticketsteuern steigen. Allein die Lufthansa muss mit zusätzlichen Belastungen von 1,7 Milliarden Euro rechnen – verursacht durch stark gestiegene Kerosinpreise, die sich seit Ende 2022 mehr als verdoppelt haben. Gleichzeitig verschärft die jüngste Erhöhung der deutschen Luftverkehrsabgabe die finanzielle Not der Airlines und Flughäfen.
Die Kerosinpreise sind drastisch angestiegen und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Fluggesellschaften aus. Als Reaktion darauf kündigte die Lufthansa an, bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen – eine Maßnahme, die voraussichtlich 40.000 Tonnen Treibstoff einsparen wird. Die Kürzungen erfolgen in einer Phase schwachen Wirtschaftswachstums und zunehmender regulatorischer Auflagen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks stellte die US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines mit einer Flotte von 172 Airbus-Maschinen am 2. Mai 2023 nach 62 Jahren Betrieb den Flugbetrieb ein. Ihr Zusammenbruch unterstreicht die allgemeine Instabilität der globalen Luftfahrt.
In Deutschland erreichten die Passagierzahlen an den Flughäfen 2025 zwar 219,8 Millionen – doch das sind immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Aufgrund der anhaltenden finanziellen Belastungen droht dem Sektor nun der Verlust von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen.
Um die Lage zu entlasten, plant die Bundesregierung eine Senkung der Luftverkehrsabgabe um 16,1 Prozent. Dieser Vorschlag wird Teil der Nationalen Luftfahrtstrategie sein, die im Juni 2023 auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) vorgestellt werden soll.
Die Branche sieht sich einer dreifachen Herausforderung gegenüber: hohe Treibstoffkosten, steigende Abgaben und eine schwache Nachfrage. Zwar könnte die geplante Steuersenkung der Regierung etwas Entlastung bringen, doch Airlines und Flughäfen arbeiten weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie. Angesichts der wachsenden finanziellen Belastungen bleibt die Erholung der Branche ungewiss.






