Mainzer Restaurant Heimat wird zur Zielscheibe politischer Hasswelle
Lissi StiebitzMainzer Restaurant Heimat wird zur Zielscheibe politischer Hasswelle
Mainzer Restaurant Heimat wird seit Monaten zur Zielscheibe von Angriffen
Das Mainzer Restaurant Heimat gerät seit einigen Monaten immer wieder in die Schusslinie. Besitzer Veli Ivecen, ein kurdisch-türkischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu schaffen. Doch stattdessen sehen sich er und sein Team nun von mehreren politischen Seiten mit Feindseligkeit konfrontiert.
Die Probleme begannen vor etwa zwei bis drei Monaten, kurz nach der Eröffnung von Heimat. Ivecen, der in der Türkei aufgewachsen ist, aber enge Bindungen an Mainz hat, wählte den Namen als Symbol für ein willkommenes Zuhause für alle. Doch Kritiker stoßen sich sowohl am Namen als auch an der Verschmelzung türkischer und kurdischer Aromen mit traditionellen deutschen Gerichten.
Die Gegenreaktionen reißen nicht ab. Ivecen und sein Team erleben verbale Angriffe, werden mit Hassnachrichten auf Instagram überflutet und erhalten aggressive E-Mails. Demonstranten haben sie sogar im Restaurant zur Rede gestellt, während eine Person vor dem Lokal den Hitlergruß zeigte. Die Fassade wurde mit dem Slogan „Das hier ist meine Heimat, nicht deine“ beschmiert, bevor Ivecen die Inschrift entfernen ließ.
Anfangs dachte Ivecen aufgrund der ständigen Angriffe darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Mittlerweile ist er jedoch entschlossener denn je, den Namen beizubehalten. Er zeigt sich offen für sachliche Kritik an seinem Essen, bezeichnet die aktuelle Feindseligkeit aber als inakzeptabel. Die Vorwürfe kommen aus dem gesamten politischen Spektrum – manche stempeln ihn als Nazi ab, andere stellen die Berechtigung türkischer und kurdischer Einflüsse in der deutschen Küche infrage.
Trotz der anhaltenden Belästigungen serviert Heimat weiterhin seine fusionierte Küche in Mainz. Ivecen bleibt beim Namen und seiner Vision eines Restaurants, in dem verschiedene Kulturen aufeinandertreffen. Die Angriffe jedoch zeigen keine Anzeichen einer Beruhigung.






