19 March 2026, 18:23

Mecklenburg-Vorpommern kämpft um gestopptes Ostsee-Stromprojekt mit Schweden

Boote auf dem Wasser mit Gebäuden, Straßenlaternen, Bäumen und einem Strommast mit Kabeln im Hintergrund.

MV plant Pläne für Stromleitung nach Schweden wieder auf - Mecklenburg-Vorpommern kämpft um gestopptes Ostsee-Stromprojekt mit Schweden

Mecklenburg-Vorpommern drängt auf Wiederbelebung eines gestoppten Energieprojekts zwischen Schweden und Deutschland

Das Bundesland will das eingestellte Vorhaben Hansa PowerBridge, eine Stromleitung unter der Ostsee, neu aufleben lassen. Das Projekt war 2024 zunächst abgelehnt worden, erfährt nun aber erneute politische Unterstützung. Abgeordnete fordern die Bundesregierung auf, die Gespräche mit Schweden und Norwegen wiederaufzunehmen.

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Ziel der Hansa PowerBridge ist es, den Überschussstrom aus Windkraftanlagen in Norddeutschland mit dem schwedischen Stromnetz in Südschweden zu verbinden. Bei Überproduktion in Deutschland könnte die Leitung den Strom nach Schweden exportieren. Umgekehrt würde Schweden in Spitzenlastzeiten Deutschland mit Energie versorgen.

Schweden hatte das Projekt 2024 zunächst wegen Umweltbedenken und lokaler Proteste blockiert. Kritiker warnten vor Risiken für das Ökosystem der Ostsee, Zugvögel und bestehende Seekabel. Zudem befürchteten Gegner kurzfristige Großhandelspreissprünge in Schweden von bis zu 15 Prozent.

Doch bis Anfang 2026 änderte sich die politische Haltung: Die neue schwedische Regierung gab im März 2026 grünes Licht und verwies auf Energiesicherheit und Kostenvorteile. Befürworter argumentieren, dass bis zu 4 Gigawatt deutscher Windkraft importiert werden könnten, was das schwedische Netz stabilisiere und die Strompreise senke. Gegner verweisen weiterhin auf ökologische Risiken.

Der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern hat nun die Bundesregierung und die EU aufgefordert, das Projekt neu zu bewerten. Die Abgeordneten betonten zudem die Vorteile skandinavischer Wasserkraft, die Schwankungen bei Wind- und Solarenergie ausgleichen könne. Diese Flexibilität helfe, wetterbedingte Versorgungslücken zu überbrücken.

Die wiederbelebte Hansa PowerBridge könnte die Energiekooperation zwischen Deutschland und Schweden stärken. Falls realisiert, würde die Leitung einen bidirektionalen Stromfluss ermöglichen – schwedische Wasserkraft könnte so die Schwankungen erneuerbarer Energien ausgleichen. Der nächste Schritt hängt von erneuten Verhandlungen zwischen den beteiligten Ländern ab.

Quelle