11 April 2026, 06:22

Merz stellt Kohleausstieg infrage – und schlägt längere Laufzeiten für Kraftwerke vor

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Merz stellt Kohleausstieg infrage – und schlägt längere Laufzeiten für Kraftwerke vor

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an Deutschlands geplantem Kohleausstieg geäußert. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem steigende Energiekosten die Verbraucherpreise auf den höchsten Stand seit über drei Jahren treiben. Merz schlug zudem Änderungen an der langfristigen Energiestrategie des Landes vor.

In dieser Woche sprach sich Merz dafür aus, die Laufzeit bestehender Kohlekraftwerke zu verlängern. Er argumentierte, dass ihr Weiterbetrieb dazu beitragen könnte, die Energieversorgung zu stabilisieren, solange die Kosten hoch bleiben. Der Kanzler forderte zudem den Bau neuer gasbefeuerten Grundlastkraftwerke, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen.

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Gleichzeitig schloss Merz eine kurzfristige Rückkehr zur Kernenergie aus. Allerdings zeigte er Interesse an zukünftigen Technologien, darunter kleine modulare Reaktoren (SMR) und Kernfusion. Forschung in diesen Bereichen, so Merz, könnte langfristig eine Rolle im deutschen Energiemix spielen.

Die Dringlichkeit der Debatte hat zugenommen, da die Verbraucherpreise stark steigen. Die Inflation wird voraussichtlich 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr erreichen – der stärkste Anstieg seit Ende 2020. Allein von Februar auf März wird ein Preissprung von 1,1 % erwartet. Analysten führen den Anstieg teilweise auf die Spannungen im Iran-Konflikt zurück, die die globalen Energiemärkte erschüttert haben.

Trotz seiner Vorschläge zu fossilen Brennstoffen bekräftigte Merz sein Bekenntnis zu erneuerbaren Energien. Er betonte, dass Wind-, Solar- und andere grüne Energiequellen weiterhin im Mittelpunkt der deutschen Transformationspläne stünden.

Merz' Vorschläge markieren einen Tonwechsel in der Kohlepolitik, auch wenn vorerst keine konkreten politischen Änderungen angekündigt wurden. Angesichts steigender Energiepreise steht die Regierung vor der Herausforderung, Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaziele in Einklang zu bringen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie seine Ideen die deutsche Energiestrategie prägen könnten.

Quelle