Neues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Lissi StiebitzNeues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu rechtsextremen Strömungen in Deutschland
Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Der Zeitraum von 1945 bis 2000 wird abgedeckt, wobei das Projekt aufzeigt, wie sich radikale Propaganda über die Jahrzehnte gewandelt hat. Fachleute haben die Materialien aufbereitet, um Bildung und Forschung zu diesem Thema zu unterstützen.
Das unter https://radikale-rechte.de/ abrufbare Portal stellt digitalisierte Propagandatexte, gewaltverherrlichende Aufrufe sowie jugendspezifische Materialien aus der deutschen Nachkriegszeit bereit. Über 30 Expertinnen und Experten haben die Dokumente analysiert und mit Anmerkungen versehen, um deren Kontext und Bedeutung zu erläutern.
Leiter des Projekts sind Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), und Prof. Dr. Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ). Ihre Arbeit zeichnet nach, wie sich die rechtsextreme Rhetorik entwickelt hat – von offener NS-Propaganda in den 1940er-Jahren hin zu verschlüsselteren Botschaften in späteren Jahrzehnten.
Die Unterlagen zeigen eine strategische Anpassung: Während die frühe Propaganda vor allem antisemitische und "arische" Überlegenheitsideologien verbreitete, setzten spätere Bestrebungen auf subtilere Methoden. Nach dem Jahr 2000 nutzten extremistische Gruppen zunehmend soziale Medien, Memes und nationalistische Erzählungen, um ein breiteres Publikum anzusprechen – darunter enttäuschte Jugendliche und Verschwörungsideologen. Das Portal stellt diese modernen Vorgehensweisen den älteren, expliziteren Formen von Hassrede gegenüber.
Das Projekt dient als Ressource für Schulen, Forscherinnen und Forscher sowie politische Bildner. Indem es die Anpassungsfähigkeit rechtsextremer Strategien dokumentiert, liefert es konkrete Belege dafür, wie extremistische Ideologien überdauert und sich gewandelt haben. Die kommentierten Quellen stehen nun der Öffentlichkeit für Studien und Analysen zur Verfügung.






