25 June 2026, 14:18

NGOs fordern radikale Reformen der deutschen Entwicklungspolitik

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs fordern radikale Reformen der deutschen Entwicklungspolitik

Zwei große deutsche Nichtregierungsorganisationen haben ihre jährliche Bewertung der Entwicklungspolitik des Landes vorgelegt. Welthungerhilfe und Terre des Hommes fordern dringende Reformen, um den wachsenden globalen Herausforderungen zu begegnen. In ihrem Bericht betonen sie die Notwendigkeit einer wirksameren und unabhängigeren humanitären Hilfe.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert, Generalsekretär von Terre des Hommes, präsentierten am Mittwoch ihre Erkenntnisse. Sie begrüßten zwar die Pläne der Bundesregierung, die Entwicklungspolitik neu auszurichten, warnten jedoch, dass es an einer klaren Strategie fehle. Mogge unterstrich, dass es bei der Hilfe auf Qualität und nicht nur auf Quantität ankomme, und forderte weniger Bürokratie sowie mehr Freiräume für zivilgesellschaftliche Gruppen.

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Die NGOs argumentierten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn sie lokale Partner einbeziehe. Gleichzeitig wiesen sie auf den Zielkonflikt zwischen den eigenen Interessen Deutschlands und denen der unterstützten Länder hin. Hofert ergänzte, dass die Reform kein von Berlin aus gesteuertes Top-down-Projekt sein dürfe, sondern die Partnerländer, die lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbeziehen müsse.

In ihrem Bericht fordern die Organisationen eine deutliche Erhöhung der Mittel für humanitäre Hilfe – von derzeit einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro im nächsten Bundeshaushalt. Mogge betonte, wie wichtig präventive Maßnahmen seien, statt nur auf Krisen zu reagieren. Zudem bestünden die NGOs darauf, dass Hilfe neutral, unabhängig und an tatsächlichen Bedürfnissen orientiert sein müsse – und nicht an politischen oder wirtschaftlichen Agenden.

Die Veröffentlichung des Berichts erfolgt zu einer Zeit, in der die Entwicklungspolitik durch Krisen, Kriege und den Klimawandel zunehmend unter Druck gerät. Die Organisationen verlangen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Zivilgesellschaft stärker in die Gestaltung der Reformen einzubinden. Zudem drängen sie die Bundesregierung, die Spannungen zwischen den eigenen Interessen und denen der Partnerländer zu überwinden.

Quelle