Paul Wanner wechselt die Nationalmannschaft: Warum er jetzt für Österreich spielt
Hans Jürgen ZobelPaul Wanner wechselt die Nationalmannschaft: Warum er jetzt für Österreich spielt
Paul Wanner hat sich entschieden, künftig auf internationaler Ebene für Österreich aufzulaufen, und beendet damit seine langjährige Verbindung zu den deutschen Jugendnationalmannschaften. Der 20-jährige Mittelfeldspieler, der einst mit der Profimannschaft des FC Bayern München trainierte, vollzog den Wechsel Anfang März 2026. Seine Entscheidung folgt auf Jahre der Entwicklung im deutschen Fußball sowie einer starken familiären Bindung an Österreich.
Wanner wurde in Dornbirn als Sohn einer Vorarlbergerin und eines deutschen Vaters geboren und wuchs in Amtzell, einer Stadt nahe der österreichischen Grenze, auf. Mit 13 Jahren wechselte er zum FC Bayern München und trainierte bereits mit 16 mit der ersten Mannschaft. 2022 zog der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann sogar in Erwägung, ihn für die A-Nationalmannschaft zu nominieren.
Wanners Entschluss fiel nach 27 Einsätzen in deutschen Jugendnationalteams, darunter neun Partien für die U21 und die Teilnahme am U21-EM-Finale 2025. U21-Trainer Antonio Di Salvo bedauerte den Schritt, räumte jedoch ein, dass die Aussicht auf eine mögliche WM-Teilnahme verlockend sei. Wanner selbst betonte jedoch, dass es ihm nicht allein um das Turnier gehe – seine Entscheidung spiegle auch seine persönliche Verbundenheit mit Österreich wider.
Österreichs Teamchef Ralf Rangnick spielte eine Schlüsselrolle bei dem Wechsel, und Wanner hofft nun, dass Rangnick auch nach der WM im Amt bleibt. Besonders erfreut über die Entscheidung zeigten sich seine österreichischen Großeltern. Aktuell steht der offensive Mittelfeldspieler bei PSV Eindhoven unter Vertrag, wo er bevorzugt auf der klassischen "10"-Position agiert. Während er sich auf seinen neuen internationalen Weg einstellt, bleibt sein Fokus weiterhin auf seiner Vereinskarriere.
Mit dem Wechsel verliert Wanner die Spielberechtigung für alle deutschen Auswahlmannschaften. Sein Schritt unterstreicht die Gratwanderung zwischen sportlicher Chance und persönlicher Herkunft. Für Österreich bedeutet seine Ankunft eine Bereicherung: ein technisch versierter Mittelfeldspieler mit Erfahrung auf höchstem Niveau.






